Stuttgarter Christen sehen kirchliche Gleichgültigkeit

Keine wechselseitige Gastfreundschaft

Die Kirchen sollen sich mehr für die Möglichkeit der wechselseitigen Teilnahme am evangelischen Abendmahl und an der katholischen Eucharistiefeier einsetzen. Dazu fordern Christen in Stuttgart ihre Kirchen auf.

 Priester hält eine Hostienschale
 / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Priester hält eine Hostienschale / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )

Die katholischen und evangelischen Christen in Stuttgart fordern ihre Kirchen dazu auf, sich mehr für die Möglichkeit der wechselseitigen Teilnahme am evangelischen Abendmahl und an der katholischen Eucharistiefeier einzusetzen.

Der katholische Stadtdekanatsrat und der evangelische Kirchenkreisausschuss nennen es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung schmerzhaft, dass die katholische Kirche die wechselseitige Gastfreundschaft nicht für möglich halte. Noch schmerzhafter sei, dass keine Bemühungen zur Lösung der trennenden Lehrfragen unternommen würden.

Kritik wegen Gleichgültigkeit

Die Kirchengremien, die sich vor dem Katholikentag Ende Mai in der baden-württembergischen Landeshauptstadt äußern, kritisieren deshalb eine Gleichgültigkeit. Zugleich weisen sie darauf hin, dass evangelische Christen "mit größter Selbstverständlichkeit" am Katholikentag teilnehmen werden.

Sie erinnern daran, dass das Leitwort des Christentreffens "leben teilen" lautet. Während die evangelische Kirche alle Christen zur Teilnahme am Abendmahl einlädt, sieht die katholische Kirche theologische Gründe, nach denen das nicht möglich ist.

Abendmahl und Eucharistie

Mit Abendmahls- und Eucharistiefeiern gedenken Christen des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern vor seiner Verhaftung und Kreuzigung. Das theologische Verständnis des Gottesdienstes unterscheidet sich zwischen den christlichen Konfessionen stark.

Symbolbild Eucharistie / © Zolnierek (shutterstock)
Quelle:
KNA