Vorsitzender von Polens Bischofskonferenz besucht Papst

Krieg, Flüchtlinge und Synodaler Weg

Papst Franziskus hat den Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, am Montag im Vatikan empfangen. Themen des Treffens waren der Krieg in der Ukraine, Flüchtlingshilfe und der deutsche Synodale Weg.

Stanislaw Gadecki, Erzbischof von Posen / © Paul Haring (KNA)
Stanislaw Gadecki, Erzbischof von Posen / © Paul Haring ( KNA )

Im Mittelpunkt des 45 Minuten langen Gesprächs stand laut Polnischer Bischofskonferenz die Arbeit der Kirche im Land im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Gadecki habe Franziskus über kirchliche Hilfsaktionen in Polen für Geflüchtete aus dem Nachbarland sowie auch für jene, die in der Ukraine geblieben sind, informiert

Papst Franziskus vor einer Figur der Madonna von Fatima am 25. März 2022 während der Marienweihe für die Menschheit, insbesondere für Russland und die Ukraine. / © Vatican Pool/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus vor einer Figur der Madonna von Fatima am 25. März 2022 während der Marienweihe für die Menschheit, insbesondere für Russland und die Ukraine. / © Vatican Pool/Romano Siciliani ( KNA )

Der Erzbischof von Poznan (Posen) dankte Franziskus für dessen Marienweihe der ganzen Welt, insbesondere Russlands und der Ukraine, vom vergangenen Freitag. Der Papst habe seinerseits der Kirche in Polen für die ergriffenen Maßnahmen gedankt und seine geistliche Unterstützung zugesichert.

Hat sich Franziskus vom Synodalen Weg distanziert?

Gadecki, so die Erklärung weiter, habe den Papst auch über "Schwierigkeiten" informiert, die sich für die Weltkirche aus den Fragen ergeben, die durch "den sogenannten deutschen Synodalen Weg" aufgeworfen würden. Franziskus habe sich von dieser Initiative distanziert, hieß es.

Bereits im Vorfeld hatte Polens Bischofskonferenz mitgeteilt, wichtigstes Gesprächsthema Gadeckis mit dem Papst seien der Krieg in der Ukraine und die Hilfe für Geflohene. Polen hat seit Kriegsbeginn mit deutlichem Abstand die meisten Menschen aus der Ukraine aufgenommen. Rund 2,3 Millionen Flüchtlinge zählte der polnische Grenzschutz bisher. Unklar ist zurzeit, wie viele der nach Polen geflüchteten Menschen tatsächlich dort geblieben sind.

Bartholomaios I. / © Sascha Baumann/epd-bild (KNA)
Bartholomaios I. / © Sascha Baumann/epd-bild ( KNA )

Gadecki flog nach dem Treffen zurück nach Polen. Dort wollte er den Ökumenische Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., treffen. Geplant sei ein gemeinsames Treffen mit ukrainischen Flüchtlingen in Warschau und ein "kurzes, gemeinsames Gebet für den Frieden in der Welt", wie die nationale Bischofskonferenz mitteilte.

Kardinal Krajewski besuchte Polen

Papst Franziskus hatte kurz nach Kriegsbeginn seinen Sozialbeauftragten, Kardinal Konrad Krajewski, nach Polen und in die Ukraine entsandt. Krajewski, selbst Pole, besuchte eine Woche lang Flüchtlinge und Helfer im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet. Am Samstag brach der Kardinal erneut Richtung Ukraine auf.

Papst Franziskus (r) sitzt neben Kardinal Konrad Krajewski / © Fabio Frustaci (dpa)
Papst Franziskus (r) sitzt neben Kardinal Konrad Krajewski / © Fabio Frustaci ( dpa )

Die polnischen Bischöfe hatten in einem Brief vom 22. Februar an die Deutsche Bischofskonferenz unter anderem kritisiert, der Synodale Weg bedeute eine Verwässerung der kirchlichen Lehre und eine Anpassung an den Zeitgeist.

Darauf hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, den Reformprozess in einem am 24. März veröffentlichten Brief an Gadecki verteidigt. Die Katholiken in Deutschland gingen den durch den Missbrauchsskandal ausgelösten "Weg der Umkehr und der Erneuerung nicht leichtfertig und schon gar nicht außerhalb der Weltkirche", so der Limburger Bischof.

Polen zählt 2,3 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine sind rund 2,3 Millionen Menschen ins Nachbarland Polen geflüchtet. Das teilte der polnische Grenzschutz am Sonntag via Twitter mit. Allein am Samstag seien mehr als 31.000 Personen gezählt worden.

Aus Polen kommend überquerten den Angaben zufolge seit 24. Februar rund 339.000 Menschen die Grenze zur Ukraine. Dabei handelt es sich zumeist um ukrainische Staatsbürger, die in ihre Heimat zurückkehren. Einige schließen sich den Streitkräften im Kampf gegen Russland an. Andere wollen sich um Familienangehörige kümmern.

 © Victoria Jones (dpa)
© Victoria Jones ( dpa )
Quelle:
KNA