ZdK befürwortet mehr Antisemitismus-Prävention

Politische Bildung fördern

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken drängt auf eine dauerhafte und höhere Finanzierung der Antisemitismus-Prävention. Besondere Bedeutung kommt der Förderung der politischen Bildung durch den Jugendplan des Bundes zu.

Hakenkreuz-Graffiti auf jüdischem Friedhof / © Hadrian (shutterstock)
Hakenkreuz-Graffiti auf jüdischem Friedhof / © Hadrian ( shutterstock )

Präsident Thomas Sternberg begrüße die Beratungen des Bundestags über Handlungsempfehlungen der Unabhängiges Expertenkreises Antisemitismus, so das ZdK am Freitag in Bonn. Einige Vorschläge des Expertenkreises seien bereits umgesetzt worden.

Förderung der politischen Bildung

Doch die Erfahrung zeige, dass die Kooperation mit der Zivilgesellschaft auf allen Ebenen verstetigt und vertieft werden müsse, um Antisemitismus nachhaltig und erfolgreich zu beenden. In den kirchlichen Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen müssten die guten partnerschaftlichen Kontakte zu jüdischen Gemeinden dabei eine wichtige Rolle spielen.

Besondere Bedeutung habe auch die Förderung der politischen Bildung durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes, der unter anderem die Konfrontation mit deutscher Geschichte durch Gedenkstättenbesuche und Seminare in der katholischen Erwachsenenbildung fördere. "Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit ihren örtlichen Gliederungen ist zudem ein wichtiger ökumenischer Ort der Bewusstseinsbildung."

Der Unabhängige Expertenkreis Antisemitismus fordert demnach staatsvertragliche Regelungen zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus im Bereich der Religionen sowie die Förderung von qualitativen und quantitativen Studien, um bislang fehlende Erkenntnisse über die Verbreitung von Antisemitismus auf der lokalen Ebene zu erlangen.

Dringlichkeit des Anliegens zeigt sich

"Die antisemitischen Äußerungen im Umfeld der Querdenken-Bewegung, aber auch die erschreckenden antisemitischen Vorfälle bei den Demonstrationen gegen die Politik Israels in den vergangenen Tagen zeigen die aktuelle Dringlichkeit des Anliegens", so Sternberg. Das Verbrennen von Israel-Flaggen und die Übergriffe auf Synagogen, wie sie die jüdischen Gemeinden zuletzt an mehreren Orten erleben mussten, seien in hohem Maße alarmierend.

Bereits vor einer Woche hatte Sternberg als Präsident des Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) angesichts der bestürzenden Gewalteskalation in Nahost gemeinsam mit der ÖKT-Präsidentin Bettina Limperg erklärt, dem Antisemitismus müsse man gemeinsam und mit kooperationsbereiten Muslimen entschlossen entgegentreten.

Antisemitismus

Antisemitismus nennt man die offen propagierte Abneigung und Feindschaft gegenüber Juden als Volksgruppe oder als Religionsgemeinschaft. Der Begriff wird seit dem 19. Jahrhundert gebraucht, oft als Synonym für eine allgemeine Judenfeindlichkeit. Im Mittelalter wurden Juden für den Kreuzestod Jesu verantwortlich gemacht und als "Gottesmörder" beschuldigt. Während der Kreuzzüge entlud sich die Feindschaft in mörderischen Ausschreitungen, Vertreibungen und Zwangsbekehrungen.

Teilnehmende einer Demonstration zur Solidarität mit Israel / © Michael Kappeler (dpa)
Teilnehmende einer Demonstration zur Solidarität mit Israel / © Michael Kappeler ( dpa )
Quelle:
KNA
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