Der 34-jährige wurde am Donnerstag zu dreieinhalb Jahren Haft wegen angeblicher Subversion verurteilt worden. Seine Frau Zeng Jinyan sprach gegenüber epd in Peking von einer großen Ungerechtigkeit. Ob ihr Mann Einspruch gegen das Urteil einlegen will, wusste sie noch nicht.
Der amnesty-Experte Mark Allison in Hongkong sagte, das Urteil sei eine Warnung an alle Aktivisten in China, die es wagen,
Menschenrechtsverletzungen öffentlich anzusprechen. Chinas Behörden brächen damit erneut ihr Versprechen, die Menschenrechtslage vor den Olympischen Spielen zu verbessern.
Hu wurde wegen "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt und des sozialistischen Systems" verurteilt. Er hatte Artikel über Menschenrechtsgverletzungen im Olympia-Jahr in China im Internet veröffentlicht und ausländischen Medien Interviews gegeben. Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" bezeichnete den Prozess als Farce.
"Das wahre China und die Olympischen Spiele"
Unter anderem hatte Hu gemeinsam mit dem Juristen Teng Biao einen offenen Brief mit dem Titel "Das wahre China und die Olympischen Spiele" ins Internet gestellt. Ende Dezember wurde Hu in seiner Wohnung verhaftet. In den ersten vier Wochen seiner Untersuchungshaft sei er täglich bis zu 14 Stunden lang verhört worden, vor allem nachts, heißt es.
Chinas Regierungschef Wen Jiabao hatte zum Prozessauftakt Mitte März
erklärt: "China ist ein Rechtsstaat." Der Fall Hu Jia werde "nach dem Gesetz" behandelt.
Bürgerrechtler zu langer Haft verurteilt
Das wahre China
Hu Jia gilt als Chinas bekanntester Menschenrechtler. Er machte sich in den vergangenen Jahren für Aids-Kranke und Religionsfreiheit stark. Im Ausland wurde er für sein Engagement geschätzt und geehrt - sein Heimatland verurteilte ihn nun zu einer Freiheitsstrafe.
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