Weltgebetstag um geistliche Berufungen

Eine Frau im Gebet / © Jantanee Runpranomkorn (shutterstock)
Eine Frau im Gebet / © Jantanee Runpranomkorn ( shutterstock )

Der Weltgebetstag um geistliche Berufungen wird jedes Jahr am vierten Ostersonntag begangen, dieses Jahr (2022) am 8. Mai. Er steht unter dem Leitwort: "In allem Du!". Der Weltgebetstag um geistliche Berufungen wurde 1964 von Papst Paul VI. eingeführt. Er will zu einer tiefen Erneuerung des Glaubens und der Kirche beitragen, indem darum gebetet wird, dass Gott die Menschen sende, die dazu bereit sind, mit Hingabe das Evangelium zu verkünden.

"Mittlerweile sind in Deutschland noch 50 Prozent der Bevölkerung Mitglied einer Kirche", schreibt der Direktor des Zentrums für Berufungspastoral, Jesuit Pater Clemens Blattert" im Werkheft zum Weltgebetstag. "Wir dürfen uns in diesem Punkt nichts vormachen: Die Zahl der Kirchenmitglieder wird weiter abnehmen, die Zahl der Theologiestudierenden wird weiter abnehmen, die Zahl der Anwärterinnen und Anwärter auf einen pastoralen Dienst wird abnehmen und es gibt auch keinen Grund zu der Annahme, dass die Entwicklung der Zahlen bei Ordenseintritten oder Priesterkandidaten zunehmen würde. War Kirche noch bis tief in die 90er Jahre ein anerkannter Teil der Gesellschaft, so wird Kirchenmitgliedschaft heute gefühlt rechenschaftspflichtig. Besonders die Skandale der vergangenen zehn Jahre und der Umgang damit beschleunigte die Entstehung dieses Klimas. Katholisch zu sein wird mehr und mehr als Nachteil erlebt."

Die Berufungspastoral könne dabei helfen, die "Wahrheiten zu betrachten" und "den Menschen dabei helfen, sich selbst zu verstehen und zu deuten", so Blattert weiter. Wenn das gelinge, würden Menschen frei, sich neu vom Ruf Gottes locken zu lassen. "Ich denke, wenn Berufungspastoral bzw. die Gemeinschaft der Glaubenden die Kultur einer solchen Berufungssuche fördert, dann wird lebendige Kirche wachsen und die entstehende Gestalt wird sich durch vielfältige Arten und Formen von Berufung auszeichnen." Denn Berufung sei der Ruf Gottes an jeden Menschen zu einem gelingenden Leben – das habe das II. Vatikanum grundlegend verstanden. (Quelle: Zentrum für Berufungspastoral/DR)