Wahlmodus für Jesuitengeneral

Papst Franziskus umarmt Jesuitengeneral Adolfo Nicolas / © Osservatore Romano (KNA)
Papst Franziskus umarmt Jesuitengeneral Adolfo Nicolas / © Osservatore Romano ( KNA )

Die traditionelle Wahlordnung für den Ordensgeneral der Jesuiten sieht keine Kandidaturen und Personaldebatten vor, sondern nur eine Diskussion über die aktuellen Lage und die Herausforderungen des Ordens (ab 3. Oktober). Daran schließen sich viertägige "murmurationes" an. In einer Art Speeddating verabreden sich die Teilnehmer dabei zu Zweiergesprächen, um zu erörtern, wen sie als Leiter für geeignet halten. Dabei handelt es sich nach Ordensangaben nicht um Wahlabsprachen, sondern um einen Informationsaustausch.

Eigenwerbung ist untersagt. 59 Prozent der 209 Wähler kommen nach Ordensangaben von der Südhalbkugel der Welt; bei der letzten Generalkongregation 2008 waren es noch 45 Prozent. Der Anteil der europäischen Teilnehmer sank unterdessen von 31 auf 26 Prozent.

Bei der aktuellen 36. Wahlversammlung stellen die Inder (mit allein 22 der 77 Provinzialen) die größte Gruppe, gefolgt von den US-Amerikanern. Alle der bislang 30 Generaloberen der Jesuiten stammten aus Europa; die letzten Amtsinhaber verfügten aber über eine langjährige Erfahrung aus anderen Kontinenten.

Für die Wahl selbst gibt es kein festes Datum. Es wird erwartet, dass sie in der zweiten Tagungswoche, also ab dem 9. Oktober erfolgt. Dem Wahlvorgang geht ein einstündiges gemeinsames stilles Gebet voraus.

Für die Wahl des Generaloberen genügt eine einfache Mehrheit. In der Regel handelte es sich in der Geschichte meist um ein leichtes und schnelles Verfahren. Die Wahl erfolgt schweigend und geheim. Die Verwendung von Laptops, Mobiltelefonen und anderen elektronischen Geräten ist verboten.

Der Papst wird vor der Bekanntgabe des Namens informiert; es ist nicht erforderlich, dass er die Entscheidung bestätigt. Franziskus hatte früher selbst an zwei Generalkongregationen teilgenommen, 1974/75 und 1983. (kna/Stand 02.10.16)