Synodaler Weg

 (DR)

Der Begriff "Synodaler Weg" verweist auf das griechische Wort "Synode". Es bedeutet im Wortsinn "Weggemeinschaft"; im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet "Synode" eine Versammlung von Bischöfen beziehungsweise von Geistlichen und Laien. Mit dem Synodalen Weg wollen die deutschen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten. Ein Ziel ist, nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Die Initiative ist auf zunächst zwei Jahre angelegt. Am 1. Dezember wollen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und ZdK-Präsident Thomas Sternberg, den Startschuss für den Synodalen Weg geben. Oberstes Organ ist die Synodalversammlung. Sie besteht aus insgesamt mehr als 200 Mitgliedern, die für eine möglichst große Bandbreite kirchlichen Lebens stehen sollen. Die Auswahl der Teilnehmer läuft derzeit noch. Das erste Treffen der Synodalversammlung ist vom 30. Januar bis 1. Februar in Frankfurt geplant. Themen des Synodalen Wegs sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Gewaltenteilung und die Rolle von Frauen in der Kirche. Die inhaltliche Arbeit sollen vier Synodalforen mit jeweils rund 30 Mitgliedern übernehmen.

Wie bei einer Synode auch, hat der Synodale Weg einen beratenden Charakter. Das heißt: Das letzte Wort bei einer möglichen Umsetzung der Beschlüsse in ihrem Bistum haben die jeweiligen Ortsbischöfe. Das soll auch die Einheit mit der Weltkirche gewährleisten und einen nationalen Sonderweg verhindern.

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) gab es in Deutschland neben mehreren Diözesansynoden zwei landesweite Synoden, die die Beschlüsse des Konzils umsetzen und konkretisieren sollten. In der Bundesrepublik war dies die Würzburger Synode (1971 bis 1975). Manche ihrer Voten wurden von Rom abgelehnt oder blieben unbeantwortet. Für die katholische Kirche der DDR gab es von 1973 bis 1975 die Dresdner Pastoralsynode. (kna/Stand 22.11.2019)