Sufismus - liberale Richtung im Islam

Islam und Kirche / © Boris Roessler (dpa)
Islam und Kirche / © Boris Roessler ( dpa )

Tanzende Derwische, meditative Versenkung und Askese - der Sufismus ist eine liberale islamische Glaubensrichtung mit mystischen Traditionen und Riten. Anders als extremistische oder orthodoxe Strömungen im Islam stehen seine Anhänger anderen Religionen tolerant und versöhnlich gegenüber.

Mit Hilfe seines spirituellen Meisters will der Sufi im Verlauf des Lebens alles Weltliche überwinden, das ihn von Gott trennt. Einige Sufis werden als Heilige verehrt, ihre Gräber sind zu Wallfahrtsorten geworden. Radikale islamische Gruppen lehnen die Praktiken des Sufismus und seine gemäßigte Auslegung des Islams ab.

Der Begriff stammt vermutlich vom arabischen Wort "suf" (Wolle) und bezieht sich auf die groben weißen Wollgewänder der frühen Asketen. Möglicherweise geht der Begriff auch auf "safu" (Reinheit) zurück.

Als Gründer der Bewegung gilt Hasan al-Basri (642-728), einer der bedeutendsten Heiligen des frühen Islams. Sein Motto: "Wer Gott kennt, der liebt ihn, wer die Welt kennt, der entsagt ihr."

(dpa/17.02.2017)