Richter-Fenster im Kölner Dom

Richter-Fenster im Kölner Dom / © Matthias Jung (KNA)
Richter-Fenster im Kölner Dom / © Matthias Jung ( KNA )

Das Fenster ist aus 11.263 Quadraten in 72 Farbtönen gestaltet. Vorbild war Richters Bild "4.096 Farben" aus dem Jahr 1974. Der Maler selbst verzichtete auf ein Honorar. Die Herstellungskosten von 370.000 Euro wurden durch Spenden finanziert.

Der Enthüllung vorrausgegangen waren fünf Jahre intensiver Planungen und Vorbereitungen sowie der über dreimonatige Einbau. Das ursprüngliche Fenster, das 1863 im Königlichen Glasmalerei-Institut in Berlin geschaffen wurde, war im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, ebenso die in Berlin lagernden Originalentwürfe und Kartons.

An seine Stelle trat 1948 zunächst eine schlichte Ornamentverglasung in sehr hellen Glastönen nach einem Entwurf von Wilhelm Teuwen. 2002 entschied das Domkapitel, nach einer neuen Lösung zu suchen. Da eine Rekonstruktion nicht möglich war, wurden Gespräche mit Gerhard Richter sowie anderen Künstlern geführt. 2005 beschloss das Domkapitel, den Auftrag für die Neugestaltung an den Kölner Maler zu vergeben.

Am 14. Mai 2007 begann der Einbau der ersten Scheiben.

Stimmen

Der Künstlerseelsorger des Erzbistums Köln, Josef Sauerborn, hatte 2007 gelobt, das 19 Meter hohe und 9,5 Meter breite Fenster zwinge sich nicht auf. "Es will nicht beherrschen. Es steht in bewusster Beziehung zur Farbenwelt und Architektur des Domes."

Das Südquerhausfenster aus farbigen Quadraten sei "der beste Beweis dafür, dass der Dom lebt und vor zehn Jahren um eine beeindruckende künstlerische Facette des 21. Jahrhunderts bereichert worden ist", sagte Dompropst Gerd Bachner. Der Kölner Dom mit seiner Fensterfläche von etwa 10.000 Quadratmetern sei "eine Kathedrale des Lichts". Dazu trage auch das von Gerhard Richter gestaltete Fenster bei, das seit dem 25. August 2007 dort zu sehen ist. (epd; August 2017)