An Ostern feiern Christen ihr wichtigstes Fest: die Auferstehung Jesu am dritten Tag nach dem Tod am Kreuz. Zwischen Karsamstagabend und dem frühen Ostersonntagmorgen findet in der katholischen Kirche die längste und eindrucksvollste Messe des Jahres statt.
Die zentrale Feier der Auferstehung des Herrn ist die Vigil, die Nachtfeier. Denn die Auferstehung geschieht in der Nacht. Die Heilige Schrift kennt keine Zeugen der Auferstehung selbst, sie berichtet von Zeugen, die in der Morgenfrühe dem Auferstandenen begegnet sind.
Die Liturgie der Osternacht nutzt eine Reihe von Symbolen, um den Auferstehungsglauben zu verdeutlichen: So wird zu Beginn des Gottesdienstes ein Feuer entzündet, das Christus als Licht der Welt versinnbildlicht. Daran entzündet der Priester die Osterkerze und trägt sie in den noch dunklen Kirchenraum, Gläubige geben einander das Licht an kleinen Osterkerzen weiter. So breitet sich das Licht mitten in der Dunkelheit aus - ein Symbol dafür, dass mit der Auferstehung Jesu die Finsternis überwunden ist.
Zahlreiche Lesungen aus der Bibel rufen das Handeln Gottes in der Geschichte in Erinnerung. Später segnet der Priester das Weihwasser, eine Erinnerung an die Taufe. Wenn es erwachsene Taufbewerber gibt, werden sie bei dieser Feier in die Kirche aufgenommen.
Das Geheimnis dieser Nacht – die Auferstehung des Herrn, an der uns Christen Anteil geschenkt wird – entfaltet die Liturgie in vier Schritten:
- Im Licht der Osterkerze begegnet uns bereits der Erstandene; sein Lob wird im Gesang des Exsultet gesungen.
- Im Wortgottesdienst gedenken wir der Geschichte der Welt und der Menschen seit der Erschaffung der Welt mit all ihrem Glanz und mit Versagen, Schuld und Unheil und der immer neuen barmherzigen Gnade, in der Gott den Menschen nicht loslässt.
- In der Feier der Taufe und der Erneuerung des Taufversprechens wird für jeden und jede Einzelne Wirklichkeit, dass wir angenommen sind als geliebte Kinder Gottes, Schwestern und Brüder des Auferstandenen.
- In der Feier der Eucharistie sind wir mit den Jüngern vereint, die ihn beim Brotbrechen als ihren Begleiter erkannten
Um die Gemeinde an der Freude der Auferstehung und Erlösung teilhaben zu lassen, erzählen Pfarrer mancherorts zum Abschluss der oft zwei- bis dreistündigen Messe einen Osterwitz. Danach versammeln sich vielerorts Menschen zur einer nächtlichen Agape-Feier, teilen die Osterfreude bei Hefezopf, bunten Eiern, manchmal auch einem Glas Wein. Frühaufsteher können sich nach der Auferstehungsmesse in manchen Gemeinden auf ein kleines Osterfrühstück freuen.
(DOMRADIO.DE und KNA/04.04.2026)