Internationaler Karlspreis und die COMECE

 (DR)

Der alljährlich in Aachen verliehene Internationale Karlspreis zählt zu den bedeutendsten europäischen Ehrungen. Der Preis wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Namensgeber ist Kaiser Karl der Große (742-814). Er gilt als erster Einer Europas und wählte Ende des 8. Jahrhunderts Aachen zu seiner Lieblingspfalz. Der Karlspreis wird traditionell an Christi Himmelfahrt im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehen. Außer der Urkunde erhalten die Preisträger eine Medaille; sie zeigt das älteste erhaltene Stadtsiegel Aachens aus dem 12. Jahrhundert mit Karl dem Großen auf dem Thron.

Zu den Preisträgern gehören Konrad Adenauer (1954), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterrand und Helmut Kohl (1988), der Gründer der Ökumenischen Gemeinschaft von Taize, Frere Roger Schutz (1989), Angela Merkel (2008), EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (2015) sowie im vergangenen Jahr Papst Franziskus. Im Jahr 2004 wurde ein außerordentlicher Karlspreis verliehen, der an Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ging und dessen Engagement für die Einigung Europas und für den Frieden auszeichnete.

COMECE

Die Bischofskonferenzen der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind vertreten in der EU-Bischofskommission COMECE. Die Abkürzung steht für das lateinische "Commissio Episcopatum Communitatis Europensis". Die COMECE verfügt über ein ständiges Sekretariat mit Sitz in Brüssel. Sechster Vorsitzender in ihrer über 35-jährigen Geschichte war der Erzbischof von München und Freising und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der sein Mandat im März 2018 an  Erzbischof Jean-Claude Hollerich SJ aus Luxemburg abgegeben hat. Generalsekretär der COMECE ist der Franzose Olivier Poquillon, sein Stellvertreter ist der Österreicher Michael Kuhn. (KNA)