Acht deutsche Kardinäle

Nur drei zur Papstwahl berechtigt

Kardinal mit Birett / © Cristian Gennari (KNA)
Kardinal mit Birett / © Cristian Gennari ( KNA )

Dem Kardinalskollegium gehören im Mai 2022 derzeit acht Deutsche an: Walter Brandmüller (93), Paul Josef Cordes (87), Walter Kasper (89), Reinhard Marx (68), Gerhard Ludwig Müller (74), Karl-Josef Rauber (88), Friedrich Wetter (94) und Rainer Maria Woelki (65). Von ihnen wären aber bei einer Papstwahl nur die drei unter 80-Jährigen stimmberechtigt: Marx, Müller und Woelki.

München (Marx) und Köln (Woelki) sind traditionell "sichere" deutsche Kardinalssitze; Berlin und Mainz gingen zuletzt leer aus. Das Diasporabistum Berlin verdankte seine kirchenpolitische Bedeutung nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem der weltpolitischen Lage im Ost-West-Konflikt. Für Mainz gaben die jeweiligen Amtsträger Hermann Volk (Bischof 1962-1982) und Karl Lehmann (1983-2016) den Ausschlag.

Nach einer Hoch-Zeit im 19. und 20. Jahrhundert ist die Zahl der deutschen Papstwähler derzeit rückläufig. Der zuletzt ernannte ist Kardinal Müller (2014), den Benedikt XVI. zum Präfekten der Glaubenskongregation machte (2012-2017). Es gab auch Jahrhunderte ganz ohne deutsche Kardinäle. Im 15. Jahrhundert beendete erst die Berufung von Nikolaus von Kues (1401-1464) und Peter von Schaumberg (1388-1469) eine lange Durststrecke der Entfremdung zwischen Rom und den Deutschen. (KNA 29.05.2022)