Bischof Meier wünscht sich Ausnahmen bei Mahlgemeinschaft

Zwischen den Stühlen?

Der Augsburger Bischof Bertram Meier signalisiert Verständnis für das vatikanische Verbot einer ökumenischen Mahlgemeinschaft. Er wünscht sich aber auch eine Annäherung an einen gemeinsamen Kommunionempfang. 

Brot, Wein und eine Dornenkrone / © Romolo Tavani (shutterstock)
Brot, Wein und eine Dornenkrone / © Romolo Tavani ( shutterstock )

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat mit zwei Wünschen auf die Absage des Vatikan an gegenseitige Abendmahls-Einladungen von Katholiken und Protestanten reagiert. Dies seien "zum einen die pastorale Klugheit der Seelsorger mit Ausnahmen umzugehen, zum anderen eine weitere vertiefte theologische Klärung vor allem des Eucharistie- beziehungsweise Abendmahlsverständnisses und des Weihepriestertums". Das sagte Meier am Montag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Auf diese zwei Dinge hoffe er, "um ökumenisch weitergehen zu können".

Keine "individuelle Gewissensentscheidung"

Am Wochenende war eine theologisch begründete Absage des Vatikan an gegenseitige Abendmahls-Einladungen von Katholiken und Protestanten bekannt geworden. Die Unterschiede im Eucharistie- und Amtsverständnis seien "noch so gewichtig", dass sie eine Teilnahme katholischer und evangelischer Christen an der Feier der je anderen Konfession derzeit ausschlössen.

Auch für eine "individuelle Gewissensentscheidung" gebe es keine Grundlage, heißt es in einem Schreiben der Glaubenskongregation an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, das der KNA vorliegt.

Die oberste katholische Glaubensbehörde äußert damit Einwände gegen ein gemeinsames Votum des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) zur wechselseitigen Teilnahme an Abendmahl und Eucharistie. Deren Text vom vergangenen September, den auch Bätzing mitverantwortete, sollte zur Überwindung einer langjährigen Blockade beitragen. Bätzing hatte unlängst angekündigt, dieses Modell werde auch beim Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt im kommenden Jahr Anwendung finden.

Zwischen den Stühlen?

Meier schloss sich in Teilen den Einwänden der Glaubenskongregation an. Der Brief ihres Präfekten stelle klar, "dass die Bedingungen zur eucharistischen Gastfreundschaft bleiben, wie sie sind." Bisher gelte die Regel, "dass ich dort die heilige Kommunion empfange, wo ich kirchlich dazugehöre".

Die Tendenz des ÖAK-Votums weise in die entgegengesetzte Richtung: "Wo bislang die Ausnahme von der Regel begründungspflichtig war, soll sich nach dem Votum nun derjenige erklären, der die bisherige Ausnahme nicht zur Regel macht. Das wäre ein völliger Paradigmenwechsel."

Meier gehört in der Deutschen Bischofskonferenz der Kommission Ökumene an, in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ist er stellvertretendes Vorstandsmitglied.

Meier hatte der KNA bereits im Juni gesagt, es wäre schön, wenn sich Katholiken und Protestanten bei Amtsverständnis und Mahlgemeinschaft annähern würden. "Ich träume von einem Papier, in dem wir das gemeinsame Bekenntnis betonen und nur nachrangig unsere Unterschiede benennen, so dass wir einem gemeinschaftlichen Kommunionempfang näherkommen."

Papst Franziskus und Bischof Bertram Meier / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus und Bischof Bertram Meier / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA