Vatikan äußert sich besorgt über Lage im Westjordanland

Zwei-Staaten-Lösung?

Palästinenserpräsident Abbas hat auf Annexionspläne Israels im Westjordanland reagiert und alle Vereinbarungen für beendet erklärt. Der Vatikan bestätigt seine Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung und bringt seine Sorge zum Ausdruck.

Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis in Hebron / © Abed Al Hashlamoun (dpa)
Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis in Hebron / © Abed Al Hashlamoun ( dpa )

Angesichtes der jüngsten Entwicklung in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten hat der Vatikan seine Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung "in den vor 1967 international anerkannten Grenzen" bekräftigt. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung wird die Einhaltung internationalen Rechts sowie der entsprechenden UN-Resolutionen gefordert.

Anlass ist ein Telefonat des palästinensischen Chefunterhändlers Saeb Erekat mit dem vatikanischen Außenbeauftragten Erzbischof Paul Gallagher. Erekat habe Gallagher am Mittwoch angerufen und ihn über die jüngsten Entwicklungen in den palästinensischen Gebieten informiert. Bei dem Gespräch sei es auch um "die Möglichkeit gegangen, dass Israel einseitig seine Souveränität über diese Gebiete anwendet, was den Friedensprozess weiter gefährden könnte", heißt es in der Erklärung.

Vereinbarungen beendet

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte am Mittwochmorgen alle Vereinbarungen mit Israel und den USA für beendet erklärt. Abbas reagierte damit auf Annexionspläne Israels im besetzten Westjordanland. Die neue Regierung in Israel will - wie im Nahost-Plan von US-Präsident Donald Trump vorgesehen - Siedlungen und das Jordantal im Westjordanland annektieren. Den Palästinensern wird ein eigener Staat in Aussicht gestellt, allerdings unter harten Auflagen.

In der Erklärung des Vatikan heißt es abschließend, der Heilige Stuhl verfolge die Situation genau. Man sei besorgt über jedwede weitere Handlung, die den Dialog zusätzlich gefährde. Stattdessen hoffe man weiterhin, dass Israelis und Palästinenser bald wieder eine Möglichkeit finden könnten, direkt über eine Einigung zu verhandeln. Dazu brauche es jedoch die Hilfe der internationalen Gemeinschaft.

Quelle:
KNA
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