Zwei rebellische Nonnen widerrufen Manifest

Versöhnung in Belorado?

Der "Aufstand der Schoko-Nonnen" im spanischen Kloster Belorado löste 2024 international Schlagzeilen aus. Es folgte ein langer Rechtsstreit, den die rebellischen Frauen verloren. Kommt nun doch noch die Versöhnung?

Das Kloster Santa María de Bretonera der Klarissen in Belorado, Burgos. / © Zarateman (CC BY-SA 3.0)
Das Kloster Santa María de Bretonera der Klarissen in Belorado, Burgos. / © Zarateman ( CC BY-SA 3.0 )

Wenige Tage vor dem drohenden Rauswurf haben sich zwei der zehn abtrünnigen Ordensfrauen aus dem spanischen Kloster Belorado wieder der Kirche zugewandt. Wie der Erzbischof von Burgos, Mario Iceta, mitteilte, widerriefen beide den Inhalt eines Manifests, mit dem sich die Klarissen von der Amtskirche losgesagt hatten. "Von der katholischen Kirche ist kaum noch etwas übrig - jetzt steht nicht mehr Gott, sondern der Mensch im Mittelpunkt", hieß es damals. Und: "Wir erkennen den Vatikan nicht an - es ist eine Farce." 

Der Schritt hatte 2024 international Schlagzeilen ausgelöst und die Kirche in Spanien nachhaltig erschüttert. Es folgte ein langer Rechtsstreit, an dessen Ende ein Räumungsurteil stand, das nächsten Monat hätte vollstreckt werden sollen. Doch jetzt scheint eine Wiederannäherung nicht mehr ausgeschlossen.

Exkommunikation aufgehoben

Denn der Erzbischof hob nicht nur die Exkommunikation, also den Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft, für die beiden reumütigen Nonnen wieder auf. Er zeigte sich bereit, auch den anderen abtrünnigen Schwestern zu vergeben. Die Exkommunikation sei als "heilsame Maßnahme" gedacht, die zu Reflexion und persönlicher Umkehr animieren solle. Aber die Mutter Kirche sei stets bereit, "ihre Kinder willkommen zu heißen, die wie der verlorene Sohn - im Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit - die Reise zurück zum Haus des Vaters antreten".

Symbolbild Ordensfrau unterwegs / © JJFarq (shutterstock)
Symbolbild Ordensfrau unterwegs / © JJFarq ( shutterstock )

Sollte es tatsächlich so kommen, würde der bizarre Streit, der die spanische Öffentlichkeit seit Jahren in Atem hält, doch noch ein einvernehmliches Ende finden. Zahlreiche Vermittlungsversuche mit dem Ziel, die für ihre Süßigkeiten-Manufaktur in Belorado bekannten Frauen zum Einlenken zu bewegen, waren bereits gescheitert. 

Anfang Februar veröffentlichten sie einen verzweifelten "Solidaritätsaufruf an alle Spanier", mit dem sie nach einer neuen Bleibe suchten. Es gehe um "einen würdevollen Ausweg aus einer ungerechten Situation", hieß es darin. 

Quelle:
KNA