Zwei Ordensleute im Krieg in der Ostukraine getötet

Bonifatius und Sawa

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben eines orthodoxen Klosters in der Region Donezk einen Ordensmann und eine Ordensfrau getötet. Das Kloster im Dorf Mykilske wurde demnach am Dienstagabend beschossen.

Kreuzsilhouette im Abendlicht / © SariMe (shutterstock)
Kreuzsilhouette im Abendlicht / © SariMe ( shutterstock )

Mönchspriester Bonifatius sei sofort ums Leben gekommen; Schwester Sawa erlag am Mittwoch ihren Verletzungen, wie das Kloster im Sozialen Netzwerk vk.com mitteilte.

Kloster legt auf der Frontlinie

Russland hatte das Dorf Ende September 2022 wie das gesamte Gebiet Donezk und drei weitere Regionen im Osten und Süden der Ukraine annektiert. Das Kloster liegt nach eigenen Angaben seit März 2022 an der Frontlinie. Bereits im Dezember rief es zu Spenden für den Wiederaufbau auf, weil es im Krieg zu 80 Prozent zerstört worden sei.

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit Beginn der russischen Invasion vom 24. Februar mindestens 7.110 Zivilistinnen und Zivilisten im Krieg getötet und mindestens 11.547 verletzt. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte geht davon aus, dass die tatsächliche Opferzahl noch deutlich höher liegt.

Christliche Kirchen in der Ukraine

Die kirchlichen Verhältnisse in der Ukraine sind komplex. Rund 70 Prozent der 45 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Sie gehören allerdings zwei verschiedenen Kirchen an: der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK) des Moskauer Patriarchats und der autokephalen (eigenständigen) Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU). Zudem gibt es eine römisch-katholische Minderheit mit rund einer Million Mitgliedern sowie die mit Rom verbundene (unierte) griechisch-katholische Kirche der Ukraine.

Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny (KNA)
Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny ( KNA )

 

Quelle:
KNA