Regime in Eritrea beschlagnahmt Kliniken - Bischöfe protestieren

"Zutiefst ungerecht"

In Eritrea ist es zu neuen Eskalationen zwischen Staat und christlichen Kirchen gekommen. Wie die Hilfsorganisation Kirche in Not mitteilte, beschlagnahmten Soldaten 21 katholische Klinken, Arztstationen und Gesundheitseinrichtungen.

In Eritreas Hauptstadt Asmara / © Hailu Wudineh Tsegaye (shutterstock)
In Eritreas Hauptstadt Asmara / © Hailu Wudineh Tsegaye ( shutterstock )

Diese versorgten den Angaben zufolge insgesamt rund 170.000 Personen. Die vier katholischen Bischöfe des Landes richteten nun ein Protestschreiben an Gesundheitsministerin Amna Nurhusein. Darin kritisierten sie das Vorgehen gegen die Einrichtungen, die zum Teil seit 70 Jahren von der Kirche betrieben würden, als "zutiefst ungerecht".

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Der Kirche diese Einrichtungen wegzunehmen, bedeutet, ihre Existenzgrundlage zu untergraben und ihre Mitarbeiter der Verfolgung auszusetzen." Laut dem Hilfswerk waren die Patienten aufgefordert worden, ihre Betten zu verlassen.

 

Tausende Kranke quer durch #Eritrea sind lebenswichtiger ärztlicher Betreuung beraubt, nachdem die Regierung drei Krankenhäuser, zwei Gesundheitszentren und 16 Kliniken der katholischen Kirche unter ihre Kontrolle gebracht hat. https://t.co/ZoKOC24c43 pic.twitter.com/QOBYLrbKgh

— KIRCHE IN NOT (@kircheinnot) 24. Juni 2019

 

Das Klinikpersonal habe sich teilweise geweigert, die Schlüssel auszuhändigen. Die Soldaten hätten sich daraufhin aber gewaltsam Zugang verschafft. Sollte der Betrieb nicht bald wieder aufgenommen werden, bestehe für viele Menschen Lebensgefahr.

Regime will Monopolstellung um Gesundheitssektor

Ein anonymer Informant habe gegenüber Kirche in Not die möglichen Hintergründe so erklärt: Die Regierung Eritreas wolle der einzige Anbieter medizinischer Fürsorge sein. Die staatlichen Einrichtungen seien jedoch häufig schlecht ausgestattet, und es stehe zu wenig Personal zur Verfügung.

Deshalb würden die kirchlichen Gesundheitseinrichtungen von der Mehrzahl der Bevölkerung geschätzt. Das Regime habe vor zwei Jahren schon einmal private Gesundheitseinrichtungen beschlagnahmt; diese seien bis heute geschlossen.

Quelle:
KNA
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