Zentralratsvorsitzender kritisiert "Burkaisierung der Innenpolitik"

Wetten, dass ... ?

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, hat die Debatte um ein Burka-Verbot kritisiert. Es gebe dringendere Themen - zumal nur sehr wenige Frauen in Deutschland eine Burka tragen würden. Dafür ließ Mazyek sich sogar auf eine Wette ein.

Vollverschleierung durch Burka / © Syed Jan Sabawoon (dpa)
Vollverschleierung durch Burka / © Syed Jan Sabawoon ( dpa )

"Einen Kasten Ayran, dass niemand hier in Deutschland mehr als fünf Burkaträgerinnen insgesamt auffindet", bot der Zentralratsvorsitzende im Gespräch mit dem Nachrichtenportal RBB24 des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) in Berlin. Ayran ist ein joghurthaltiges Erfrischungsgetränk. 

Mazyek zeigte sich überzeugt, dass es nur sehr wenige Frauen in Deutschland gibt, die in entsprechender Vollverschleierung auf die Straße gehen. Der Vorsitzende des in Köln sitzenden Islamverbandes stellte "mit Befremden eine Burkaisierung der Innenpolitik fest".  Die wirklich wichtigen Themen blieben dagegen außen vor.

Debatte um Burka-Verbot

Im Zusammenhang mit einer von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geplanten Verschärfung von Sicherheitsgesetzen zur Terrorabwehr hatten Unionspolitiker in den vergangenen Tagen wiederholt gefordert, die Vollverschleierung von Frauen in Deutschland zu verbieten. In den Reihen der Bundesregierung stößt das auf Skepsis. De Maizière wie auch Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) wiesen die Forderung zurück


Aiman Mazyek bei einer Veranstaltung in Berlin / © Alexander Heinl (dpa)
Aiman Mazyek bei einer Veranstaltung in Berlin / © Alexander Heinl ( dpa )
Quelle:
epd