Zehntausende verlassen Mogadischu - MISEREOR hofft im domradio auf Teilerfolg der Versöhnungskonferenz

"Wenigstens wieder helfen können"

Eigentlich hätte die "Nationale Versöhnungskonferenz" Frieden nach jahrelangen Kämpfen bringen sollen. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Seit Beginn des Treffens vor einer Woche sind mehr als zehntausend Bewohner der somalischen Hauptstadt Mogadischu aus der Stadt geflohen. Ist Somalia am Ende? Im domradio-Interview hofft Michael Hippler von MISEREOR auf eine friedliche Wende, damit das katholische Hilfswerk bald wieder seine Arbeit aufnehmen kann.

 (DR)

UNHCR: Zunehmende Gewalt
Hintergrund sei die zunehmende Gewalt, erklärte die Sprecherin des UN- Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Catherine Weibel, am Montag dem epd in Nairobi. In den vergangenen Wochen hatte es fast täglich Anschläge gegeben. Erst am Sonntag waren vier Zivilisten auf dem größten Markt der Stadt bei Anschlägen ums Leben gekommen.

Weibel sprach von einer neuen Flüchtlingswelle, nachdem bereits zwischen Februar und Mai Hunderttausende die Stadt verlassen hatten. Derzeit lebten etwa 300.000 Menschen im Umland von Mogadischu, viele unter ärmlichen Bedingungen. Bewohner der Region um Mogadischu erklärten dem UNHCR, die Gebiete seien bereits jetzt überbevölkert.

Es sei unklar, wie man mit neuen Flüchtlingen fertig werden solle. Seit die somalische Übergangsregierung mit Hilfe der äthiopischen Armee Ende 2006 die bis dahin herrschende "Union islamischer Gerichtshöfe" aus Mogadischu vertrieben hat, wird in Mogadischu gekämpft. Im Umfeld der Versöhnungskonferenz, die eine Lösung für den Konflikt finden soll, hatten die Anschläge zugenommen. Somalia hat seit der Vertreibung des Diktators Siad Barre vor 16 Jahren keine zentrale Regierung mehr.