World Vision: Syrien-Krieg raubt Kindern Lebensjahre

Zehn Jahre Zerstörung und Tod

In zehn Jahren Syrien-Konflikt sind nach Angaben des Hilfswerks World Vision mehr als 600.000 Menschen ums Leben gekommen und 13 Millionen Menschen vertrieben worden. Die Leidtragenden: vor allem Kinder und Jugendliche.

Kinder kennen nichst anderes als Krieg / © Anas Alkharboutli (dpa)
Kinder kennen nichst anderes als Krieg / © Anas Alkharboutli ( dpa )

In zehn Jahren Syrien-Konflikt sind nach Angaben des Hilfswerks World Vision mehr als 600.000 Menschen ums Leben gekommen. 13 Millionen Menschen seien vertrieben worden, mehr als die Hälfte der Bevölkerung vor dem Krieg, teilte die Hilfsorganisation am Donnerstag in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main mit. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges beliefen sich nach Schätzungen auf über 1,2 Billionen US-Dollar (1 Billion Euro). Weitere 1,7 Billionen Dollar Folgekosten kämen bis 2035 hinzu - unter der günstigsten Bedingung, dass der Krieg heute beendet würde.

Im Krieg aufgewachsen

Als Leidtragende werden besonders Kinder und Jugendliche genannt. Der heranwachsenden Generation würden durch verlorene Bildung und Gesundheit entscheidende Schäden zugefügt, einschließlich einer um 13 Jahre verringerten Lebenserwartung, heißt es in dem Bericht "Ein zu hoher Preis: die Kosten des Konflikts für Syriens Kinder", den das Hilfswerk vorlegte.

Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland, sprach von schwindelerregenden und generationsübergreifenden Kosten: "Ohne bedeutende, nachhaltige Hilfen werden die Kinder nicht in der Lage sein, den Wiederaufbau des Landes wirksam zu unterstützen, sobald der Krieg beendet ist."

Angriffe auf Schulen

Syrien hat den Angaben zufolge unter allen Konfliktgebieten die meisten Angriffe auf Schulen und Gesundheitseinrichtungen erlebt. Schätzungen zufolge mussten 82 Prozent der Kinder, die von bewaffneten Gruppen rekrutiert wurden, in direkte Kampfeinsätze gehen. 25 Prozent der Kinder waren unter 15 Jahre alt. Seit Beginn des Konflikts 2011 wurden etwa 55.000 Kinder getötet, einige durch Hinrichtung oder Folter. Viele Mädchen hätten Angst vor sexueller Gewalt, und Kinderehen hätten massiv zugenommen, erklärte World Vision.

Trauriges Jubiläum

Der Syrien-Krieg begann Mitte März 2011 mit einem Volksaufstand gegen das Regime von Baschar al-Assad. Sicherheitskräfte gingen mit Gewalt gegen Demonstranten vor. In der Folge eroberten Rebellen und Terrorgruppen weite Teile des Landes. Mit Hilfe Russlands und des Irans gewann Assad die meisten Gebiete zurück. In die Kämpfe griffen auch die USA, die Türkei und weitere Länder ein.

Quelle:
epd