Wissenschaftler: Religionen der Zukunft setzen auf Kooperation

"Religionen viel ähnlicher als bislang angenommen"

Der Münsteraner Religionswissenschafter Perry Schmidt-Leukel sieht die Zukunft der Religionen in einer größeren Kooperation. Religiöse Vielfalt sei eine wachsende Herausforderung. Interreligiöse Theologie Teil der Lösung.

Interreligiöse Theologie (DR)
Interreligiöse Theologie / ( DR )

"Statt ihre Theologie weiter ausschließlich religionsspezifisch zu betreiben, werden Religionen in Zukunft verstärkt auf interreligiöse Theologie setzen", erklärte Schmidt-Leukel am Dienstag in Münster.

Religiöse Vielfalt

Auf die wachsende Herausforderung religiöser Vielfalt und Konflikte würden herkömmliche Theologien keine ausreichenden Antworten mehr geben, sagte der Wissenschaftler des Exzellenzclusters "Religion und Politik" an der Universität Münster. Religiöse Ansprüche auf Alleingültigkeit oder Überlegenheit seien häufig Ursache interreligiöser Konflikte.

Religionen wie das Christentum, der Islam, der Hinduismus und der Buddhismus seien einander viel ähnlicher als bislang angenommen, erklärte der Religionswissenschaftler. Sie ähnelten einander mit Blick auf ihre jeweilige interne Vielfalt. Was Religionen voneinander unterscheide, finde sich oft in anderer Form als Unterschied innerhalb der eigenen Religion wieder.

Interreligiöse Theologie

Das erlaube die Ausweitung einer ökumenischen Theologie zwischen den großen Kirchen auf eine interreligiöse Theologie unter den Religionen, sagte Schmidt-Leukel. Statt andere Religionen als Gefahr zu sehen, könnten sie den eigenen Glauben bereichern.

Religiöser Pluralismus und interreligiöse Theologie ist auch das Thema eines neuen Buches des Religionswissenschaftlers. Bei einer Buchvorstellung am 2. Mai an der Universität Münster diskutiert Schmidt-Leukel mit dem islamischen Theologen Mouhanad Khorchide, der britischen Religionssoziologin Linda Woodhead und dem katholischen Theologen Bernhard Nitsche von der Universität Münster.

Quelle:
epd