Spahn appelliert an Religionsgemeinschaften

"Wir haben es gemeinsam in der Hand"

Die Infektionszahlen steigen weiter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat an Kirchen und Religionsgemeinschaften appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. Religiöse Feiern seien nur möglich, wenn dies gewährleistet sei.

Jens Spahn / © Kay Nietfeld (dpa)
Jens Spahn / © Kay Nietfeld ( dpa )

Das erklärte Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin auch mit Blick auf die Weihnachtszeit bei den Christen. Bei seinem letzten Gottesdienstbesuch hätten alle mit eineinhalb Meter Abstand gesessen, auf dem Weg zu ihrem Platz eine Maske getragen, und die Mikrofone seien regelmäßig desinfiziert worden, schilderte Spahn.

"Es gibt Konzepte, mit denen das geht", sagte Spahn. Wenn diese Konzepte angewendet würden, könnten Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte weiterhin stattfinden. Schwierig werde es, wenn die Regeln nicht eingehalten würden, warnte Spahn. Das gelte für Religionsgemeinschaften genauso wie für alle anderen Zusammenkünfte.

Gefahr von vielen Menschen im engen Raum

Nicht der Gottesdienst an sich sei das Problem. Entscheidend sei, wie viele Menschen auf welche Weise in einem Raum zusammenkämen, sagte Spahn. Ausbrüche gebe es bei religiösen Zusammenkünften immer dann, "wenn viele Menschen im engen Raum, im Zweifel noch singend" zusammenkämen, sagte der Minister.

"Wir haben es doch alle gemeinsam in der Hand", betonte Spahn. Kritisch sei, dass man infektiös sein könne, obwohl man noch keine Symptome habe. Jeder müsse sich fragen, ob zum Beispiel eine Hochzeit mit Hunderten Gästen mitten in dieser "Jahrhundert-Pandemie" sein müsse. Das könnten sich Einladende wie auch eingeladene Gäste fragen.

Regeln einhalten

Entsprechendes gelte auch für andere Formen des religiösen Zusammenkommens, die mit Abstand oder eng in einem kleinen Raum stattfinden könnten. "Schwierig wird es halt, wenn die Regeln nicht eingehalten werden, insbesondere die AHA-Regeln", sagte Spahn.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler ergänzte, es gebe viele Betriebe, Institutionen und auch Kirchengemeinden in Deutschland, die "Super-Konzepte" zur Vermeidung von Ansteckungen hätten: "Da haben wir keine Infektionen", sagte er. "Da passiert nichts." Um die Übertragungen des Virus im bevorstehenden Winter zu reduzieren, erwarte er von der Bevölkerung, dass sie die Regeln einhalte, und von den Profis, dass sie gute Hygiene-Konzepte haben, sagte Wieler.

Quelle:
KNA , epd