Pater Mertes: Abschied von Kolleg Sankt Blasien lange geplant

Wider alle Spekulationen

Pater Klaus Mertes wendet sich gegen Spekulationen, er sei gedrängt worden, die Leitung des Kollegs Sankt Blasien zum Schuljahresende abzugeben. Einen "kirchenpolitisch relevanten Grund" gebe es nicht.

Jesuitenkolleg Sankt Blasien / © Harald Oppitz (KNA)
Jesuitenkolleg Sankt Blasien / © Harald Oppitz ( KNA )

"Genauso wenig wie es jemals richtig und angemessen war zu vermuten, ich sei von meinen Oberen 2011 'strafversetzt' worden wegen meiner Aufklärungsarbeit am Berliner Canisius-Kolleg, so liegt auch jetzt nicht irgendein 'eigentlicher', gar kirchenpolitisch relevanter Grund für meine Ablösung vor", teilte Mertes am Donnerstag mit.

Der Wechsel sei seit längerem vereinbart und geplant gewesen. "Es geht alles mit rechten Dingen zu." Er schaue voller Dankbarkeit auf eine "wunderbare Zeit" zurück. Er freue sich für das Kolleg auf einen "tollen Nachfolger" Pater Hans-Martin Rieder.

Rieder übernimmt ab Sommer

Mertes ist seit Sommer 2011 Rektor der renommierten Jesuitenschule im Schwarzwald. Wie der Orden mitteilte, übernimmt im Sommer Rieder (39) die Kollegsleitung. Mertes werde nach einer Auszeit eine noch nicht näher beschriebene Aufgabe im Jesuitenorden übernehmen, erklärte der Provinzial der Jesuiten, Johannes Siebner.

Mertes war zuvor von 2000 bis 2011 Rektor des Jesuitengymnasiums Canisius-Kolleg in Berlin. Ehemalige Schüler waren 2010 an ihn herangetreten, um den Missbrauch durch zwei Patres der Schule anzuzeigen.

Mertes wandte sich daraufhin in einem Brief an alle Schüler, die das Kolleg in den 1970er und 1980er Jahren besucht hatten. Dies löste eine bundesweite Debatte über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche aus.

Klaus Mertes / © Beatrice Tomasetti (DR)
Klaus Mertes / © Beatrice Tomasetti ( DR )
Quelle:
KNA