Unicef besorgt über Lage von Millionen Erstklässlern

Wenn die Schulglocke nicht läutet

Für rund 140 Millionen Kinder weltweit hat die Pandemie den ersten Schultag auf unbestimmte Zeit verschoben. Etwa acht Millionen von ihnen mussten bereits ein ganzes Jahr auf ihre Einschulung warten.

Schüler in Ghana / © James Dalrymple (shutterstock)

Das teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef am Dienstag in New York mit. Gerade die schutzbedürftigsten Kinder liefen Gefahr, gänzlich aus dem Schulsystem herauszufallen. Das erste Schuljahr lege den Grundstein für alles künftige Lernen und helfe den Kindern, Unabhängigkeit zu gewinnen, so Unicef.

Im persönlichen Unterricht könnten Lehrer auch auf Lernverzögerungen, mentale Probleme und möglichen Missbrauch eingehen. Rückstände aus frühen Jahren ließen sich oft nicht aufholen. Die Zahl der absolvierten Schuljahre habe auch eine direkte Auswirkung auf den späteren Verdienst.

Düstere Aussichten für de Zukunft

Ohne Ausgleichsmaßnahmen entgingen der aktuellen Schülergeneration nach Schätzungen der Weltbank aufgrund der Pandemie einmal 10 Billionen US-Dollar (8,5 Billionen Euro) an Einkommen. Im Jahr 2020 blieben Schulen im weltweiten Durchschnitt laut Unicef 79 Unterrichtstage geschlossen.

168 Millionen Schüler konnten jedoch seit Ausbruch der Pandemie fast das ganze Jahr hindurch keine Schule besuchen. Für viele Kinder bedeutete dies der Mitteilung zufolge Lerneinbußen, psychische Belastung und verpasste Impfungen, aber auch ein höheres Risiko für Schulabbruch, Kinderarbeit und Kinderehe.

Quelle:
KNA