Petition für "sozial-ökologischen Bayernplan"

"Weckruf an die Menschheit"

Ein breites Bündnis aus Christen und Naturschützern fordert einen "Bayernplan für eine sozial-ökologische Transformation". Am Donnerstag überreichte die Allianz eine Petition an Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

Eine breite gesellschaftliche Initiative möchte Bayern zum ökologischen Vorreiter machen / © Daniel Karmann (dpa)
Eine breite gesellschaftliche Initiative möchte Bayern zum ökologischen Vorreiter machen / © Daniel Karmann ( dpa )

Am Donnerstag überreichte die Allianz aus mehr als 80 Organisationen und weiteren Einzelpersonen aus Kirchen, Umweltschutz, Eine-Welt-Bewegung, Kultur, Soziales und Wissenschaft in München eine Petition an Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Initiator ist der Nürnberger Jesuit und Sozialwissenschaftler Pater Jörg Alt. Im Internet ist die Aktion mit der Website www.wirtransformierenbayern.de präsent.

Der Vorsitzende des BUND Naturschutz in Bayern, Richard Mergner, sagte, so eine Koalition habe es im Freistaat noch nie gegeben. Er bat Aigner, sich an die Spitze des Diskussionsprozesses zu stellen.

Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken, Joachim Unterländer, sagte, ökologisches Gleichgewicht und soziale Gerechtigkeit müssten in Verbindung gebracht werden. Das habe auch Papst Franziskus vor fünf Jahren in seiner Enzyklika "Laudato si" deutlich gemacht.

An der Übergabe der Petition nahmen Vertreter von "Fridays for Future" und der Evangelischen Jugend teil. Aigner bedankte sich für die Initiative und versprach, sie an die zuständigen Parlamentsausschüsse weiterzuleiten.

Bayern solle Vorreiterrolle in Europa einnehmen

"Die Corona-Krise zeigt, wie viel möglich ist, wenn es wissenschaftlich begründet und politisch gewollt wird", heißt es im Begleitschreiben. Bayern solle in Deutschland und Europa eine Vorreiterrolle einnehmen und dabei den "Mythos von Laptop und Lederhose aktualisieren". Die Pandemie sowie Probleme wie der Klimawandel und wachsende soziale Ungleichheit überlagerten und verstärkten sich gegenseitig. Dies lege eine gemeinsame Ursache nahe.

Die Initiatoren sind überzeugt, dass die neoliberalen "Auswüchse der Hyperglobalisierung zurückgefahren werden müssen". Darin sehen sie sich in Übereinstimmung mit Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU).

Dieser habe die Corona-Krise als "Weckruf an die Menschheit" bezeichnet, "mit Natur und Umwelt anders umzugehen".

Die Petenten plädieren unter anderem für kürzere Produktions- und Vertriebswege. Aktuelle Corona-Hilfspakete müssten zu einer sozial-gerechteren und ökologisch nachhaltigeren Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung beitragen. Städte und Regionen seien gefordert, Experimente zu starten.

Quelle:
KNA
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