Papst Franziskus beim Angelusgebet in Rom

Papst über Furcht, Umwelt- und Flüchtlingsschutz

Papst Franziskus hat am Sonntag in Rom gefordert, dass während der Pandemie Flüchtlinge und Umweltschutz nicht vergessen werden dürfen. Außerdem sprach er über das Thema Furcht.

Symbolbild Umweltschutz / © Brian A. Jackson (shutterstock)
Symbolbild Umweltschutz / © Brian A. Jackson ( shutterstock )

Papst Franziskus hat mit dem Ende der Pandemie-Einschränkungen zu sorgsamem Umweltschutz aufgerufen. Der Lockdown habe "Umweltverschmutzung verringert und die Schönheit vieler verkehrs- und lärmfreier Orte wiederentdecken lassen", sagte er beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz. Mit der Wiederaufnahme wirtschaftlicher Aktivitäten, sollten die Menschen "mehr Verantwortung für die Sorge um das gemeinsame Haus übernehmen".

Dabei lobte das Kirchenoberhaupt die zahlreichen Basisinitiativen, die es weltweit für die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt gebe. Sie sollten das Bewusstsein aller Bürger für "dieses wesentliche Gemeinwohl" fördern.

"Furcht ist einer der größten Feinde eines Christen"

Christen sollen sich nach Aussage von Papst Franziskus nicht von Furcht lähmen lassen. Diese "ist einer der schlimmsten Feinde unseres christlichen Lebens", warnte das Kirchenoberhaupt am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Jesus habe seine Jünger immer wieder gemahnt: "Fürchtet euch nicht". Gleichzeitig warnte Franziskus die Gläubigen vor mehreren Gefahren für ein christliches Leben.

Die erste Gefahr sei die Feindseligkeit derer, "die das Wort Gottes zum Schweigen bringen, es versüßen, verwässern wollen". Die zweite Gefahr ist nach Franziskus "die physische Bedrohung" derer, die die christliche Botschaft bekennen und verkünden, "die direkte Verfolgung von Menschen bis zur Tötung". Diese Art von Martyrium habe es immer gegeben, vor allem auch heute. "Wir können mit Sicherheit sagen, dass es heute mehr Märtyrer gibt als in der Anfangszeit", fügte er hinzu.

Eine dritte Gefahr sei das Gefühl, "von Gott selbst verlassen zu sein, indem er distanziert und schweigend" bleibt. Auch in diesen Zeiten mahne Jesus seine Jünger und die Christen heute, "keine Angst zu haben", denn das Leben sei "fest in den Händen Gottes, der uns liebt und uns bewacht".

Zum Mittagsgebet des Angelus hatten sich wie an den vergangenen beiden Sonntagen einige Hundert Menschen in lockeren Abständen auf dem Petersplatz versammelt. Franziskus, der seine Ansprache erneut am Fenster des Apostolischen Palastes hielt, grüßte die Menschen unter anderem mit der Bemerkung, man sehe jetzt auch wieder mehr Pilger.

Franziskus fordert Schutz für Flüchtlinge in Pandemie 

An den notwendigen Schutz von Flüchtlingen in der Corona-Pandemie hat Papst Franziskus erinnert. Die durch das Coronavirus verursachte Krise habe deutlich gemacht, "dass auch Flüchtlinge den notwendigen Schutz erhalten müssen, um ihre Würde und Sicherheit zu gewährleisten", so der Papst am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

Dabei forderte er das "gemeinsame Engagement aller für den wirksamen Schutz aller Menschen", "insbesondere jener, die wegen ernster Gefahr für sie oder ihre Familien zur Flucht gezwungen wurden". Anlass des päpstlichen Appells ist der Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen am Samstag (20. Juni).

Papst Franziskus gibt seinen Angelus-Segen aus dem Fenster seines Ateliers mit Blick auf den Petersplatz / © Alessandra Tarantino (dpa)
Papst Franziskus gibt seinen Angelus-Segen aus dem Fenster seines Ateliers mit Blick auf den Petersplatz / © Alessandra Tarantino ( dpa )
Quelle:
KNA