Befreiungstheologe Beto blickt auf Ende der Castro-Ära in Kuba

Was heißt Freiheit?

Der Befreiungstheologe und langjährige Freund Fidel Castros, Frei Betto, befürchtet nach dem Ende der Castro-Ära "kein politisches Trauma" auf Kuba zukommen. Dennoch stehe das Land vor großen Aufgaben.

Ära der Castros geht zu Ende / © Guillermo Nova (dpa)
Ära der Castros geht zu Ende / © Guillermo Nova ( dpa )

"Im Verlauf des vergangenen Jahrzehnts hat Kubas Kommunistische Partei Wert darauf gelegt, junge Führungskräfte aufzubauen", sagte der 76-jährige Theologe.

"Im Moment ist die größere Herausforderung, das Embargo, das von Trumps mörderischer Politik verhängt wurde, zu überwinden oder es wenigstens aufzuweichen", erklärte Frei Betto.Das Land stehe vor großen Aufgaben. Derzeit seien viele Reformen im Gange. Freiheit, so Betto, dürfe man nicht "einfach nur aus der bürgerlichen Perspektive der Mittel- und Oberschicht der reichen kapitalistischen Länder betrachten".

Was ist Freiheit?

Betto fragte: "Welche Freiheit haben denn die 125 Millionen Brasilianer, die laut Regierungsangaben dieser Woche Hunger leiden?" Sie hätten "nicht mal die Freiheit, sich menschenwürdig zu ernähren. Dank der Revolution gebe es in Kuba die garantierten Rechte auf Ernährung, Gesundheit und Bildung. "Die Freiheit, ein menschenwürdiges Leben zu leben, ist das fundamentalste Recht überhaupt."

Castros Rücktritt erwartet

Auf dem am Freitag beginnenden Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas wird erwartet, dass Raul Castro (89) als Erster Sekretär des Zentralkomitees zurücktritt. Der jüngere Bruder des 2016 verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro hatte bereits 2018 das Präsidentenamt an Miguel Diaz-Canel abgetreten. Mit dem Rückzug des letzten Castro geht die Ära der alten Guerillakämpfer in dem karibischen Land zu Ende.


Der Dominikaner und Befreiungstheologe Frei Betto im Jahr 2015 / © Lautaro Federico (shutterstock)
Der Dominikaner und Befreiungstheologe Frei Betto im Jahr 2015 / © Lautaro Federico ( shutterstock )
Quelle:
KNA