Erzbischof von Erbil fordert Hilfe für den Irak zur Stabilisierung

Was die Papstreise bewirkt hat

Der Irak braucht nach den Worten des Erzbischofs Bashar Warda weiter internationale Hilfe zur Stabilisierung. Der Papstbesuch im März habe die Nation zusammengebracht und internationales Interesse auf das Land und seine Minderheiten gelenkt.

Chaldäische Christen warten im März 2021 am Straßenrand auf die Durchfahrt von Papst Franziskus nach Erbil / © Jean-Matthieu Gautier (KNA)
Chaldäische Christen warten im März 2021 am Straßenrand auf die Durchfahrt von Papst Franziskus nach Erbil / © Jean-Matthieu Gautier ( KNA )

Jetzt müsse man auf dieser Dynamik aufbauen, sagte Warda laut einer Mitteilung des österreichischen Hilfswerks "Initiative Christlicher Orient" am Wochenende. Die dreitägige Visite des Papstes habe der jahrzehntelang von Krieg und Gewalt zerrissenen irakischen Gesellschaft gezeigt, dass sie gemeinsam existieren könne. "Wir müssen mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft daran arbeiten", sagte der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil.

Die Menschen in seinem Erzbistum fühlten sich "von der Welt seit vielen Jahren verlassen und vergessen", sagte Warda. Seit dem Einfall der Terrormilizen des "Islamischen Staats" im August 2014 lebten die meisten von ihren Ersparnissen.

"Neues Zusammengehörigkeitsgefühl" durch Papst Franziskus

Nach wie vor gebe es 80 Prozent Arbeitslose, vor allem in der Ninive-Ebene. Seit 2017 könnten die Menschen in die Dörfer in der Ninive-Ebene zurückzukehren, aber es gebe keine wesentlichen Programme für ihren Lebensunterhalt. "Wir brauchen internationale Unterstützung, um Familien zu helfen, im Irak bleiben und ein würdiges Leben führen zu können", sagte Warda.

Der Besuch von Franziskus habe vielen erst deutlich gemacht, dass Christen seit langem im Irak lebten und jedes Recht hätten, vollwertige Bürger zu sein. Auch der schiitische Großajatollah Ali Al-Sistani betone die Rechte der christlichen Iraker. Warda unterstrich, der Papst habe "ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl im Irak geschaffen". Manche scherzten, "dass Franziskus bald wiederkommen soll, damit die Regierung wieder Straßen baut", so der Erzbischof.

Erzbischof Bashar Warda / © Harald Oppitz (KNA)
Erzbischof Bashar Warda / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA