Wahl der ersten Erzbischöfin von Canterbury bestätigt

Sarah Mullally steht an der Spitze

Sarah Mullally ist nun offiziell die neue Erzbischöfin von Canterbury. In einem feierlichen Gottesdienst ist ihre Wahl kirchenrechtlich bestätigt worden. Mullally übernimmt als erste Frau die Führung der Kirche von England.

Sarah Mullally vor ihrer Amtseinführungszeremonie in der St. Paul's Cathedral, mit der sie offiziell als neue Erzbischöfin von Canterbury bestätigt worden ist. Als Erzbischöfin von Canterbury ist Mullally das geistliche Oberhaupt der Church of England.  / ©  Gareth Fuller/PA Wire/dpa (dpa)
Sarah Mullally vor ihrer Amtseinführungszeremonie in der St. Paul's Cathedral, mit der sie offiziell als neue Erzbischöfin von Canterbury bestätigt worden ist. Als Erzbischöfin von Canterbury ist Mullally das geistliche Oberhaupt der Church of England. / © Gareth Fuller/PA Wire/dpa ( dpa )

Die Wahl von Sarah Mullally zur 106. Erzbischöfin von Canterbury ist in einem Gottesdienst in der St.-Pauls-Kathedrale in London bestätigt worden. Sie ist damit die erste Frau, die dieses Amt in 1.400 Jahren bekleidet. Das hat die Kirche von England am Mittwoch mitgeteilt. 

Die Bestätigung der Wahl gilt als kirchenrechtliche Zeremonie. Als erste Amtshandlung erteilte die 63-Jährige am Ende des Gottesdienstes den Segen. Im März folgt die offizielle Amtseinführung in der Kathedrale von Canterbury, wo Mullally ihre erste Predigt als Erzbischöfin von Canterbury halten wird.

Kathedrale von Canterbury / © Alexey Fedorenko (shutterstock)
Kathedrale von Canterbury / © Alexey Fedorenko ( shutterstock )

Aus Deutschland gratulierte Mullally der Landesbischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein, der Erzbischöfin zur Bestätigung ihrer Wahl. Mullally hatte im November vergangenen Jahres im Berliner Dom gepredigt. Sie war seit 2018 Bischöfin von London und zuvor Bischöfin von Crediton in der Diözese Exeter. Vor ihrer Ordination im Jahr 2001 war sie Leitende Krankenschwester im Gesundheitsministerium. 

Die 63-jährige Mullally folgt Justin Welby. Dieser war von seinem Amt zurückgetreten und reagierte damit auf Vorwürfe, sexuellen Missbrauch jahrelang vertuscht zu haben.

"Bischöfin verspricht offenes Ohr für Missbrauchsopfer"

Sie wolle für eine Kirche eintreten, die stets ein offenes Ohr für diejenigen habe, die ignoriert oder übersehen würden, erklärte Mullally. Ausdrücklich erwähnte sie Opfer und Überlebende von Missbrauch in der Kirche.

Von Bischöfen und Geistlichen bis hin zu lokalen Schulkindern und Chören nahmen Menschen aus der gesamten Kirche von England und der Anglikanischen Gemeinschaft an dem Gottesdienst teil, hieß es. Zwischen Wahlbestätigung und Amtseinführung wird Mullally König Charles III. ihre Aufwartung machen und sich mit Repräsentanten anderer christlicher Konfessionen und Glaubensrichtungen im Vereinigten Königreich treffen.

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Kirche entstand zur Zeit der Reformation in England. König Heinrich VIII. brach 1533 mit dem Papst, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte sich Heinrich VIII. 1534 selbst ein. In Glaubensfragen blieben die Anglikaner zunächst bei der katholischen Lehre; später setzten sich protestantische Einflüsse durch. 1549 erschien das erste anglikanische Glaubensbuch, das "Book of Common Prayer".

Die Kathedrale von Canterbury, Sitz des anglikanischen Erzbischofs / © Sambraus, Daniel (epd)
Die Kathedrale von Canterbury, Sitz des anglikanischen Erzbischofs / © Sambraus, Daniel ( epd )
Quelle:
epd