Papst in Sorge über Kämpfe im Kaukasus

"Waffen sind keine Lösung"

Papst Franziskus hat die Konfliktparteien im Kaukasus zu einer friedlichen Konfliktlösung gemahnt – und den Obersten Patriarchen und Katholikos von Armenien empfangen. Am Vormittag hatte Armenien den Kriegszustand ausgerufen.

Papst Franziskus und Karekin II. Nersissian, Patriarch von Armenien, im Jahr 2018 / © Alberto Pizzoli (dpa)
Papst Franziskus und Karekin II. Nersissian, Patriarch von Armenien, im Jahr 2018 / © Alberto Pizzoli ( dpa )

Der Papst hat seine Besorgnis über den sich zuspitzenden Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan geäußert. Beim Angelus am Sonntag auf dem Petersplatz rief Franziskus alle Gläubigen auf, für das Krisengebiet im Kaukasus zu beten. "Möge der Herr dieser Region Frieden schenken", sagte er.

Das Kirchenoberhaupt mahnte alle Konfliktparteien, "guten Willen" zu zeigen. Es sei nicht möglich, eine Lösung durch Waffengewalt zu erzwingen. Zwischen armenischen und aserbaidschanischen Truppen war es am Sonntagmorgen zu schweren Gefechten gekommen. Hintergrund ist der jahrzehntelange Konflikt um die Region Berg-Karabach.

Franziskus empfängt Patriarchen der Armenier

Wie der Vatikan am Sonntagnachmittag mitteilte, empfing Franziskus am Morgen den obersten Katholikos-Patriarchen der Armenier, Karekin II., in Privataudienz. Einzelheiten zum Inhalt des Gesprächs wurden nicht bekannt.

Der armenisch-apostolischen Kirche gehören nach eigenen Angaben rund neun Millionen Gläubige an. Viele leben in der weltweiten Diaspora. Es handelt sich um eine unabhängige altorientalische Kirche, die bereits seit dem 5. Jahrhundert weitgehend getrennt von der übrigen Christenheit lebte. Mitte der 1990er Jahre begann Papst Johannes Paul II. einen ökumenischen Dialog.

Quelle:
KNA