Viele Menschen setzen in der Fastenzeit auf alternative Ideen

Von Klimaschutz bis Selbstreflexion

In den 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Karsamstag fasten viele Menschen. Häufig verzichten sie zum Beispiel auf Fleisch oder Süßigkeiten. Es gibt aber auch allerlei andere Dinge, deren bewusster Verzicht sich lohnen kann.

Symbolbild Fastenessen / © Guillaume Poli (KNA)
Symbolbild Fastenessen / © Guillaume Poli ( KNA )

Verschwendung fasten:

Ein großes, aber nachhaltiges alternatives Fastenmodell ist das Fasten von Verschwendung. Sie ist im Alltag der Menschen in wirtschaftlich starken Gebieten allgegenwärtig: Es wird konsumiert, was das Zeug hält - und vieles wird wieder weggeworfen. Zum Beispiel beim Essen sind die Deutschen sehr verschwenderisch. Laut der Verbraucherzentrale wirft im Durchschnitt jeder Bundesbürger im Jahr 80 Kilogramm Lebensmittel weg.

Wer weniger verschwenden will, könnte also etwa versuchen, nachhaltig mit Lebensmittel umzugehen: also beispielsweise bedarfsgerecht einzukaufen, Vorräte im Blick zu behalten und beim Restaurantbesuch Reste einpacken zu lassen. Diese Einstellung lässt sich auf viele andere Bereiche übertragen, beispielsweise auf den Kauf von Kleidung.

Plastik fasten:

Eng verknüpft mit dem Fasten von Verschwendung ist das Fasten von Plastik - so zum Beispiel in Form von Verpackungen. Wer in der Fastenzeit bewusst auf Plastikmüll verzichten möchte, kann beispielsweise in sogenannten Unverpackt-Läden einkaufen. Dort werden Lebensmittel und Drogerieprodukte in eigene Behälter gefüllt und es entsteht kein unnötiger Verpackungsabfall.

Denn nur ein Bruchteil anfallender Kunststoffabfälle wird wiederverwendet. In Deutschland kamen 2017 ganze 5,2 Millionen Tonnen Plastikmüll zusammen und nur rund 15 Prozent davon wurden recycelt, heißt es im "Plastikatlas" des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die Deutschen verursachen demnach außerdem europaweit mit am meisten Plastikmüll. Nur in Luxemburg, Irland und Estland war der Verbrauch 2016 noch höher.

Auto fasten:

Ebenfalls gut für das Klima und die weltweite CO2-Bilanz ist das Auto-Fasten. Wer darauf verzichten kann, lässt sein Fahrzeug bei dieser alternativen Fastenidee stehen und steigt auf öffentliche Verkehrsmittel um. Wenn es der Weg erlaubt, können Fastenwillige auch aufs Rad steigen oder die Strecke zu Fuß zurücklegen.

Die katholischen und evangelischen Kirchen wollen zum Umdenken in puncto Mobilität ermuntern und rufen in der Fastenzeit 2020 dazu auf - auch zum Auto-Fasten. Eine entsprechende Internetseite bietet Infos und Anregungen zum Auto-Verzicht, etwa zu Emissionen, der Vermeidung von Fahrten oder einen CO2-Rechner. Zudem informiert sie über Sonderangebote für Teilnehmer der Aktion bei beteiligten Verkehrsverbünden.

Smartphone fasten:

Die Idee des Smartphone-Fastens ist zwar weniger relevant für die Umwelt, kann aber dafür positive Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden haben. Der sogenannte Digital Detox ist in den vergangenen Jahre immer beliebter geworden. Statt jedes Mal, wenn gerade nichts Besseres zu tun ist, auf das Smartphone zu schauen, ermutigt diese Form des Fastens, die Umwelt bewusster und achtsamer wahrzunehmen.

Jugendliche zum Beispiel surfen laut der Jugend-Digitalstudie 2019 der Postbank insgesamt 36 Stunden die Woche mit ihrem Smartphone im Netz. Die Studie ergab außerdem: Je jünger die Befragten sind, desto stärker nutzen sie das Smartphone. Ein "Digital Detox" könnte also in Zukunft immer wichtiger werden.

Unachtsamkeit fasten:

Wer sich bereits für das Smartphone-Fasten entschieden hat, der kann sich auch generell im Fasten von Unachtsamkeit üben. Achtsamer durch das Leben zu gehen, beginnt im Kleinen: indem man beispielsweise seine Umgebung bewusst wahrnimmt. Wer beim Unachtsamkeits-Fasten nicht nur das Umfeld, sondern auch sich selbst bewusster wahrnehmen möchte, der kann zum Beispiel täglich meditieren und sich in dieser Zeit ganz auf sich selbst fokussieren.

Lebensmittel im Müll / © Daisy Daisy (shutterstock)
Bye, bye, Plastiktüte! / © Christoph Schmidt (dpa)
Bye, bye, Plastiktüte! / © Christoph Schmidt ( dpa )
Mehr Straßenbahn, weniger Auto / © Martin Schutt (dpa)
Mehr Straßenbahn, weniger Auto / © Martin Schutt ( dpa )
Mit einem Smartphone am Gottesdienst teilnehmen / © ImYanis (shutterstock)
Mit einem Smartphone am Gottesdienst teilnehmen / © ImYanis ( shutterstock )
Autor/in:
Denise Thomas
Quelle:
KNA