Brünner Bischof Cikrle wird 75

Von der Autobahn zur Kathedra

Vojtech Cikrle, Bischof von Brno in Mähren, wird an diesem Freitag 75 Jahre alt. Er erreicht damit die Altersgrenze, mit der Bischöfe dem Papst gemäß dem Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten müssen.

St. Peter und Paul, Brno (Brünn) / © Miroslav Kresac (shutterstock)
St. Peter und Paul, Brno (Brünn) / © Miroslav Kresac ( shutterstock )

Cikrle ist seit 1990 Bischof in der zweitgrößten Stadt Tschechiens; damit ist er der am längsten amtierende Bischof der 1777 gegründeten Diözese und aktuell auch der Dienstälteste der Tschechischen Bischofskonferenz.

Familie vom kommunistischen Regime verfolgt

Cikrle wurde 1946 im heutigen Brünner Stadtteil Bosonohy geboren. Als Mitglied einer vom kommunistischen Regime verfolgten Familie - sein Vater verbrachte elf Jahre aus politischen Gründen im Gefängnis - erlernte er zunächst das Gießerhandwerk und holte erst später das Abitur nach. Nach Arbeit im Autobahnbau und Wehrdienst in der tschechoslowakischen Armee wurde er mit 25 Jahren zum Theologiestudium in Litomerice (Leitmeritz) zugelassen und 1976 in Brünn zum Priester geweiht.

Von 1982 bis nach der "Samtenen Revolution" von 1989 wirkte Cikrle im dortigen Priesterseminar, zuletzt als Leiter. Im Februar 1990 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zum Bischof von Brno; der Bischofsstuhl war zuvor 18 Jahre unbesetzt gewesen. Zu lösen hatte Cikrle dort unter anderem die Frage des Umgangs mit den Mitgliedern der Untergrundkirche, die in der Diözese rund um Geheimbischof Felix Davidek (1921-1988) und dessen Generalvikarin Ludmila Javorova einen Brennpunkt hatte.

Während seiner Amtszeit 250 Priester geweiht

In seiner Amtszeit hat Cikrle rund 250 Priester geweiht. In der Bischofskonferenz leitet er die Kommission für Priesterbildung und ist Mitglied der Liturgiekommission.


Quelle:
KNA
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