EU-Bischofskommission fordert Hilfe für inhaftierte Jugendliche

Vielfach inhumane Bedingungen

Die EU-Bischofskommission COMECE hat auf die dramatische Situation vieler minderjähriger Strafgefangener hingewiesen. Mehr als 1,2 Millionen Jugendliche weltweit seien unter inhumanen Bedingungen inhaftiert.

In Handschellen / © CC7 (shutterstock)

Oft seien die Jugendlichen ohne rechtsstaatliches Verfahren und teils gemeinsam mit erwachsenen Straftätern in Haft, sagte COMECE-Generalsekretär Manuel Barrios Prieto in Brüssel.

EU-Aktionsplan für Menschenrechte und Demokratie

Barrios verwies auf den aktuellen EU-Aktionsplan für Menschenrechte und Demokratie. Darin verpflichten sich die EU-Staaten unter anderem zur weltweiten Förderung kinderfreundlicher Justizsysteme und verbesserter Haftbedingungen nach internationalen Standards.

Der COMECE-Generalsekretär äußerte sich anlässlich der Vorstellung des Dokumentarfilms "Libertad" von Raul de la Fuente. Dieser schildert die Haftbedingungen von Minderjährigen im Pademba-Gefängnis in Sierra Leone, aber auch die Unterstützung dieser Jugendlichen durch den Salesianer-Orden.

Religiöse Orden helfen vielerorts

Barrios sagte, das Beispiel aus Sierra Leone zeige auch für Politiker in der EU mögliche Kooperationen auf, um die Rechte junger Strafgefangener zu schützen und ihnen zu einer Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu verhelfen. In dem Sinn ermuntere auch der EU-Aktionsplan zu einer Zusammenarbeit mit religiösen und glaubensorientierten Akteuren.

Vielerorts werde strafgefangenen Jugendlichen eine angemessene Ernährung und Bildung sowie grundlegende medizinische und spirituelle Betreuung vorenthalten, sagte Barrios. Darin liege eine Verletzung ihrer Würde und ihrer Rechte. Experten weltweit sprächen sich hingegen für Alternativen zu einer Inhaftierung und für eine bessere Reintegration aus. In vielen Ländern Afrikas, Amerikas und Asiens leisteten religiöse Orden entsprechende Angebote.

Quelle:
KNA