Vatikan räumt Image-Schaden durch Investmentaffäre ein

"Verunsicherung" unter den Gläubigen

Die Leitungsspitze der katholischen Kirche räumt einen Image-Schaden durch den aktuellen Finanzskandal im Vatikan ein. Die Ermittlungen der vatikanischen Staatsanwaltschaft sorgten zwangsläufig für eine "Verunsicherung" unter den Gläubigen, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Blick auf den Petersdom vom Petersplatz / © Ansharphoto (shutterstock)
Blick auf den Petersdom vom Petersplatz / © Ansharphoto ( shutterstock )

Die Ermittlungen der vatikanischen Staatsanwaltschaft sorgten zwangsläufig für eine "Verunsicherung" unter den Gläubigen, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin laut italienischen Medienberichten am Mittwoch in Rom. Auf die Frage, ob auch Kardinal Giovanni Angelo Becciu als ehemaliger Stabschef mit Finanzverantwortung vor Gericht komme, sagte Parolin: "Das weiß ich nicht."

Die Vatikan-Justiz untersucht derzeit eine Immobilieninvestition des Staatssekretariats in London. Ermittelt wird gegen zahlreiche Personen wegen Veruntreuung, Betrug, Geldwäsche und Korruption. Zur Zeit der fraglichen Anlage im Umfang eines dreistelligen Millionenbetrags saß Becciu als sogenannter Substitut und direkter Untergebener Parolins an einer Schlüsselstelle für die Finanz- und Personalverwaltung. Medien werfen ihm auch Vetternwirtschaft und die versuchte Beeinflussung eines Missbrauchsprozesses gegen seinen Rivalen Kardinal George Pell vor.

Parolin über Nicht-Verlängerung als Mitglied des Kardinalsrates

Becciu, der Ende September von seinem letzten Posten als Leiter der Heiligsprechungskongregation zurücktrat und auf alle Rechte als Kardinal verzichtete, bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Parolin äußerte sich auch zu seiner Nicht-Verlängerung als Mitglied des Kardinalsrates, der über die Vatikanbank IOR wacht. Seine Ersetzung sei "sicher nicht" mit den Vorgängen um die Investment-Affäre verbunden. Es handle sich vielmehr um eine "normale Ablösung", sagte der Kardinal am Rande einer Veranstaltung am Mittwoch. Nach der Erneuerung des Rats sitzt erstmals seit 26 Jahren kein Kardinalstaatssekretär in dem Aufsichtsgremium.

Quelle:
KNA
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