Kardinal Marx kritisiert nationale Egoismen im Kampf gegen Corona

"Verlockung zum kurzfristigen Gewinn nicht nachgeben"

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor Kurzsichtigkeit gewarnt. Es sei befremdlich, wenn einzelne Staaten möglichst zuerst für sich selbst Medikamente oder Impfstoffe sichern wollten.

Kardinal Reinhard Marx / © Harald Oppitz (KNA)
Kardinal Reinhard Marx / © Harald Oppitz ( KNA )

Dies sagte Marx in einem Radiobeitrag für den Bayerischen Rundfunk (BR). "Ich appelliere deshalb dringlich an die Pharmaindustrie, an Forschungsinstitute und an die politisch Verantwortlichen, dieser Verlockung zum kurzfristigen Gewinn nicht nachzugeben, sondern langfristig das Wohl der gesamten Menschheitsfamilie im Blick zu haben und die eigenen Entscheidungen daran auszurichten."

Aufruf zur Globalisierung von Solidarität

Corona betreffe alle Kontinente, betonte der Kardinal. Das Virus gefährde am stärksten Kranke und Gebrechliche und diejenigen, die unter Bedingungen von Armut und Not lebten. Deshalb müsse Solidarität globalisiert werden. Dazu ermutige auch Papst Franziskus.

Marx äußerte sich optimistisch, dass die Menschen aus der Pandemie gelernt hätten. "Mich bestärken die Erfahrungen der vergangenen Monate in der Hoffnung, dass die Menschen begriffen haben, dass alles mit allem zusammenhängt und das Überleben der gesamten Menschheitsfamilie davon abhängt, ob wir wirklich solidarisch miteinander sind."


Quelle:
KNA