Vereinfachung kirchlicher Feiern sorgt in Sizilien für Kritik

Eine Feier für zwei Sakramente

Die Erstkommunion und die Firmung sind nicht nur bedeutende Sakramente, sondern auch Anlässe für Familienfeiern. Das Erzbistum Palermo plant jedoch, beide Rituale zusammenzulegen. Das stößt bei Gastronomie und Handel auf Kritik.

Erstkommunion der Kölner Domsingschule im Kölner Dom / © Beatrice Tomasetti (DR)
Erstkommunion der Kölner Domsingschule im Kölner Dom / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Ein Erlass des Erzbistums Palermo zur Vereinfachung kirchlicher Feiern hat in Siziliens Regionalhauptstadt Unmut ausgelöst. Wie die Zeitung "La Repubblica" am Samstag berichtete, bangen Gastronomen, Textilhändler, Fotografen und Floristen um eine wichtige Einnahmequelle und fürchten existenzbedrohende Einbußen. Grund ist ein Erlass des Erzbistums Palermo, wonach die Feiern von Erstkommunion und Firmung ab sofort zusammengelegt werden sollen.

Nach einer fünfjährigen Vorbereitung sollen demnach die Kinder in Palermo nun im Alter von zehn oder elf Jahren beide Sakramente in einer kirchlichen Feier empfangen. Bislang gab es eine Feier der Erstkommunion für die Kinder von etwa neun Jahren; die Firmung folgte in der Regel etwa fünf Jahre später. Beide Sakramente sind oft mit großen Familienfeiern und vielen Geschenken verbunden.

Drastische Einnahmeverluste

Mit nur noch einer einzigen Feier würden die entsprechenden Einnahmen in Handel und Gastronomie spürbar zurückgehen, hieß es. Laut der Zeitung wurden bislang alljährlich allein in Palermo rund 3.000 Erstkommunionfeiern ausgerichtet.

Der Präsident des örtlichen Unternehmerverbandes, Giovanni Felice, sprach laut der Zeitung von einem schweren wirtschaftlichen Schaden, der durch die Zusammenlegung der Feiern entstehe. Er habe sich in einem Brief an Palermos Erzbischof Corrado Lorefice gewandt und einen konstruktiven Dialog zu der Frage angeboten. Es gehe nicht darum, die Entscheidung der Kirche infrage zu stellen, sondern daran zu erinnern, dass seelsorgerische Entscheidungen auch das Leben von Familien und Gesellschaft berührten.

Firmung

Der Begriff "Firmung" stammt vom lateinischen Wort "confirmatio" und bedeutet so viel wie "Festigung" oder "Stärkung". Er bezeichnet das jüngste der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Eigenständig gespendet wird es erst seit dem Konzil von Florenz (1439-1445).

Aus Sicht der Kirche werden junge Katholiken mit der Firmung erwachsen. Das Sakrament schließt den Eingliederungsprozess in die Kirche nach Taufe und Erstkommunion ab. Wer erst als Erwachsener in die katholische Kirche eintritt, empfängt zumeist Taufe, Erstkommunion und Firmung in einem.

Jugendlicher bei der Firmung / © Harald Oppitz (KNA)
Jugendlicher bei der Firmung / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA