Pfarreien im Bistum Münster sollen mehr zusammenarbeiten

Verbesserungsvorschlag für die Kirche

Angesichts der sinkenden Zahl an Mitgliedern und Seelsorgenden sowie absehbar rückläufiger Kirchensteuereinnahmen strukturiert das Bistum Münster seine Gemeinden neu. Bischof Genn setzt bei den Plänen auf mehr Zusammenarbeit.

Blick auf den Münsteraner Dom St. Paulus / © pxl.store (shutterstock)
Blick auf den Münsteraner Dom St. Paulus / © pxl.store ( shutterstock )

Unterschiedliche Pfarreien sollen künftig in sogenannten pastoralen Räumen zusammenarbeiten, wie die Diözese am Freitag mitteilte. Diese sollen die Pfarreien allerdings nicht ersetzen. "Es wird keine weiteren, von mir verordneten, Zusammenlegungen von Pfarreien geben", sagte Bischof Felix Genn. Er und Generalvikar Klaus Winterkamp informierten den Diözesanrat und den Kirchensteuerrat über den nun beginnenden Prozess zur Entwicklung der neuen Strukturen.

Bisher nur Vorschläge

Nach Bistumsangaben soll es in den künftigen pastoralen Räumen Teams geben, die die Seelsorge in größeren Einheiten gestalten. Dabei setzt die Diözese auch auf verstärktes Freiwilligenengagement. Sie kündigte für den Herbst Veranstaltungen mit Haupt- und Ehrenamtlichen in den unterschiedlichen Regionen an. Dann würden die Bistumsleitung und die -verwaltung eigene Vorschläge zur Diskussion stellen.

"Das sind ausdrücklich nur Vorschläge", betonte Winterkamp. Er rechne derzeit mit höchstens 40 bis 50 pastoralen Räumen, in denen in der Regel nicht mehr als acht hauptamtliche Mitarbeitende tätig sind. Der Generalvikar verwies darauf, dass es mancherorts solche Räume im Grunde bereits heute gebe. Die Beratungs- und Entscheidungsphase solle bis April oder Mai 2023 abgeschlossen sein.

Eigenen Angaben nach wird die Katholikenzahl im Bistum Münster bis 2040 von derzeit knapp 1,8 Millionen auf weniger als 1,4 Millionen sinken. Finanzielle Mittel würden künftig "spürbar geringer" ausfallen. Zudem erwartet die Diözese einen Einbruch beim Personal: Von den derzeit 1.370 Seelsorgerinnen und Seelsorgern werden bis 2040 nur noch 500 bis 550 übrig bleiben.

Viele betroffene Bereiche

Bischof Genn formulierte drei Vorgaben für den Prozess: keine weiteren verordneten Zusammenlegungen von Gemeinden; mehr Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen Pfarreien sowie zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen; dauerhaft rund doppelt so viele Diözesanpriester wie Priester aus dem Ausland. Derzeit sind im Bistum 380 Diözesanpriester im aktiven Dienst tätig sowie 165 Priester der Weltkirche.

In den Dekanaten gibt es den Angaben zufolge Regional-Teams als Ansprechpartner für den Strukturprozess. Ein Beirat bilde die unterschiedlichen Akteure aus der Seelsorge ab.

In Prozessgruppen würden die zentralen Themen bearbeitet. Dabei gehe es etwa um Seelsorgekonzepte, Leitungsfragen, Freiwilligenengagement, die Rollen und Aufgaben von Hauptamtlichen sowie die Frage nach der Seelsorge in Krankenhäusern, Schulen und karitativen Einrichtungen in den künftigen pastoralen Räumen.

In den neuen Prozess sollen alte Überlegungen mit einfließen, hieß es. Auch Sparprozesse, ein angedachtes Klimaschutzkonzept und die Modernisierung der Bistumsverwaltung sollen mit bedacht werden.

Autor/in:
Anita Hirschbeck
Quelle:
KNA
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