Vatikan und Italien in großer Sorge über Ukraine-Krieg

"Besondere Aufmerksamkeit"

Bei den jährlichen bilateralen Gesprächen zum Jahrestag der Lateranverträge sei dem Thema "besondere Aufmerksamkeit" gewidmet worden. Aber auch andere Themen, wie die Krise im Libanon, seien thematisiert worden.

Mitarbeiter des Apostolischen Almosenamts und andere Bürger des Vatikan sammeln am 7. März 2022 Hilfsgüter für die Ukraine im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Mitarbeiter des Apostolischen Almosenamts und andere Bürger des Vatikan sammeln am 7. März 2022 Hilfsgüter für die Ukraine im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Matteo Bruni, Direktor des Presseamts des Heiligen Stuhls / © Cristian Gennari (KNA)
Matteo Bruni, Direktor des Presseamts des Heiligen Stuhls / © Cristian Gennari ( KNA )

Italien und der Vatikan haben gemeinsam ihre große Sorge über den Krieg in der Ukraine bekundet. Bei den alljährlichen bilateralen Gesprächen zum Jahrestag der Lateranverträge von 1929 sei dem Thema "besondere Aufmerksamkeit" gewidmet worden, teilte Vatikansprecher Matteo Bruni am Dienstagabend mit. Auch die Krise im Libanon sei thematisiert worden.

Papst Franziskus und Mario Draghi 2013 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus und Mario Draghi 2013 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Weitere Themen waren demnach eine menschlichere Behandlung von Migranten, vor allem von Kriegsflüchtlingen. Des Weiteren behandelt wurde das Heilige Jahr 2025 unter dem Motto "Pilger der Hoffnung". Hierzu sollen in Zusammenarbeit mit der Italienischen Bischofskonferenz und dem römischen Vikariat Routen und Dienstleistungen für Pilger aus aller Welt eingerichtet werden.

Gespräche mit viel Prominenz

Paul Richard Gallagher / © Paolo Galosi/Romano Siciliani (KNA)
Paul Richard Gallagher / © Paolo Galosi/Romano Siciliani ( KNA )

Die Gesprächen fanden unter Leitung von Ministerpräsident Mario Draghi und Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin statt, wie es hieß. Darüber hinaus nahmen unter anderen der vatikanische Außenbeauftragte Paul Gallagher sowie Italiens Außenminister Luigi di Maio teil. Auch der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, war dabei.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin / © Walter Wetzler (KNA)
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin / © Walter Wetzler ( KNA )

Am 11. Februar 1929 hatten das Königreich Italien und der Heilige Stuhl die Lateranverträge abgeschlossen, die den Status des Vatikanstaats als Völkerrechtsobjekt und seine Beziehungen zum italienischen Staat regelten.

Lateranverträge von 1929

Während des Ersten Vatikanischen Konzils 1869/70 war der Vatikan von italienischen Truppen eingenommen worden und hatte damit auch jegliche weltliche Macht sowie die Ländereien des Kirchenstaates verloren. Erst 1929 sitzen sich beide Parteien wieder scheinbar gleichberechtigt gegenüber: Auf der einen Seite der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri, auf der anderen Seite der italienische Regierungschef Cavaliere Benito Mussolini.

Petersdom in der Abenddämmerung / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Petersdom in der Abenddämmerung / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA