Vatikan greift im Kloster Goldenstein ein und ernennt Vermittler

Nonnen sagen Vatikan-Reise ab

Es waren Monate voller Schlagzeilen, Vorwürfe und einer Rückkehr ins Kloster. Doch nun reagiert der Vatikan im Fall Goldenstein. Ein Salzburger Kirchenmann soll eine Lösung für die Schwestern finden. Diese wollten eigentlich nach Rom.

Die drei Nonnen aus Goldenstein - Schwester Rita (82, l-r), Schwester Regina (86) und Schwester Bernadette (88) / © Noah Hatz (dpa)
Die drei Nonnen aus Goldenstein - Schwester Rita (82, l-r), Schwester Regina (86) und Schwester Bernadette (88) / © Noah Hatz ( dpa )

Der Vatikan hat im Streit um die Besetzung des österreichischen Klosters Goldenstein einen Vermittler eingesetzt. Die zuständige Behörde ernannte den Salzburger Erzabt Jakob Auer (35) zum Assistenten des Apostolischen Kommissars Markus Grasl. Das teilten die Schwestern am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit.

Außenaufnahme des Klosters Goldenstein / © Chris Hofer/FRANZ NEUMAYR (dpa)
Außenaufnahme des Klosters Goldenstein / © Chris Hofer/FRANZ NEUMAYR ( dpa )

Die drei in Goldenstein lebenden Augustiner-Chorfrauen hatten sich im Dezember an den Vatikan gewandt und um die Absetzung Grasls gebeten. Sie warfen ihm schwere Verstöße gegen das Kirchenrecht vor. Auer soll nun gemeinsam mit den Schwestern und ihrem Helferteam eine Lösung erarbeiten. Ziel ist nach Angaben der Unterstützer, dass die Ordensfrauen weiter im Kloster wohnen können.

Absage der geplanten Romreise

Im Gegenzug sagten die Schwestern eine für diese Woche geplante Reise nach Rom ab. Ob die Reise zu Papst Leo XIV. nachgeholt wird, ist offen. Die bereits von Wohltätern übernommenen Kosten seien, soweit möglich, zurückerstattet worden, so die Schwestern.

Das Schicksal der Goldenstein-Nonnen, die alle über 80 Jahre alt sind, hatte in den vergangenen Monaten international für Schlagzeilen gesorgt. Ihren Fall verfolgten auch tausende Interessierte auf Instagram. Anfang September waren sie gegen den Willen Grasls aus dem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. 

Das Gebäude gehört seit 2022 dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg. Die Schwestern geben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden; nach Krankenhausaufenthalten mussten sie Ende 2023 dennoch in ein Heim übersiedeln. 

Quelle:
KNA