Bei der psychischen Gesundheitsversorgung muss nach Meinung des Vatikans auch die spirituelle Dimension des Menschen stärker wahrgenommen und berücksichtigt werden.
Neben professioneller therapeutischer Betreuung könne Spiritualität Zugehörigkeit, Lebenssinn und ein "Narrativ der Hoffnung" vermitteln, sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ettore Balestrero, vor dem Leitungsgremium der Weltgesundheitsorganisation WHO.
Eine von Schnelllebigkeit und Indifferenz geprägte Kultur hindere die Menschen daran, Bedürfnisse und Leiden anderer anzuerkennen, sagte der Kirchendiplomat. Spirituelle Begleitung fördere die Achtung vor dem Geschenk des Lebens und der gottgegebenen Würde jedes Menschen. Sie unterstütze auch die Suche nach Sinn und eine solidarische Haltung.
Herausforderungen junger Menschen
Besorgt äußerte sich Balestrero über jüngste WHO-Daten zur Suizidhäufigkeit bei jungen Menschen. In dieser Altersgruppe sind Selbsttötungen die dritthäufigste Todesursache.
Hintergrund seien oft psychische Herausforderungen und existenzielle Krisen, die aus dem Verlust von Sinn und Wert des menschlichen Lebens entstünden. Junge Menschen könnten dagegen mit spiritueller Hilfe begreifen, dass sie keine zufälligen Nebenprodukte des Universums, sondern von Gott geliebt und gewollt seien.