Vatikan erinnert an Rolle von Spiritualität für psychische Gesundheit

"Achtung vor dem Geschenk des Lebens"

Seelische Erkrankungen nehmen zu, Programme für psychische Gesundheit werden auch von der Politik immer stärker als Handlungsfeld gesehen. Der Vatikan bringt einen zusätzlichen Aspekt ins Spiel, der Menschen Hoffnung geben kann.

Symbolbild Gottesdienstbesucher / © Nicolas Ottersbach (DR)
Symbolbild Gottesdienstbesucher / © Nicolas Ottersbach ( DR )

Bei der psychischen Gesundheitsversorgung muss nach Meinung des Vatikans auch die spirituelle Dimension des Menschen stärker wahrgenommen und berücksichtigt werden. 

Neben professioneller therapeutischer Betreuung könne Spiritualität Zugehörigkeit, Lebenssinn und ein "Narrativ der Hoffnung" vermitteln, sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ettore Balestrero, vor dem Leitungsgremium der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Erzbischof Ettore Balestrero / © Tobias Käufer (KNA)
Erzbischof Ettore Balestrero / © Tobias Käufer ( KNA )

Eine von Schnelllebigkeit und Indifferenz geprägte Kultur hindere die Menschen daran, Bedürfnisse und Leiden anderer anzuerkennen, sagte der Kirchendiplomat. Spirituelle Begleitung fördere die Achtung vor dem Geschenk des Lebens und der gottgegebenen Würde jedes Menschen. Sie unterstütze auch die Suche nach Sinn und eine solidarische Haltung.

Herausforderungen junger Menschen

Besorgt äußerte sich Balestrero über jüngste WHO-Daten zur Suizidhäufigkeit bei jungen Menschen. In dieser Altersgruppe sind Selbsttötungen die dritthäufigste Todesursache. 

Hintergrund seien oft psychische Herausforderungen und existenzielle Krisen, die aus dem Verlust von Sinn und Wert des menschlichen Lebens entstünden. Junge Menschen könnten dagegen mit spiritueller Hilfe begreifen, dass sie keine zufälligen Nebenprodukte des Universums, sondern von Gott geliebt und gewollt seien.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.

Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Die Angebote der Telefonseelsorge haben sich immer weiter spezialisiert / © Markus Scholz (dpa)
Die Angebote der Telefonseelsorge haben sich immer weiter spezialisiert / © Markus Scholz ( dpa )
Quelle:
KNA