US-Bischöfe wehren sich gegen Kritik

"Absurde" Vorwürfe

Die katholischen Bischöfe bekräftigen ihre Position zum Schutzprogramm für die sogenannten "Dreamer". Nach einer harschen Kritik des ehemaligen Beraters von Donald Trump, Steve Bannon, sehen sie sich erneut zu einer Stellungsnahme genötigt.  

 US-Bischöfe / © Mark Wilson (dpa)
US-Bischöfe / © Mark Wilson ( dpa )

Stephen Bannon, der frühere Chefberater von US-Präsident Donald Trump, warf den katholischen Bischöfe des Landes vor, das Schutzprogramm für die 800.000 sogenannten Dreamer zu beenden.

Dies sei "von einem wirtschaftlichen Interesse an unbegrenzter, illegaler Einwanderung getrieben", sagte Bannon im Interview des TV-Senders CBS. Bannon wörtlich: "Die katholische Kirche ist in dieser Angelegenheit fürchterlich."

Bannon nahm in dem Gespräch mit "60 Minutes"-Moderator Charlie Rose direkt Bezug auf Äußerungen des New Yorker Kardinals Timothy Dolan. Dieser hatte das Ende von DACA als "sicher nicht christlich, und ich würde sagen, auch nicht amerikanisch" bezeichnet.

Ermutigung von illegalen Einwanderern

"Ich respektiere den Papst total", fügte Bannon seiner Kritik hinzu. Er "respektiere die Bischöfe und Kardinäle, sofern es um kirchliche Lehre geht". In diesem Fall gehe es aber nicht um die kirchliche Lehre, sondern "um das Recht einer souveränen Nation, ihre eigenen Geschicke zu bestimmen." Die US-Bischöfe ermutigten mit ihrer Haltung illegale Einwanderer, in die USA zu kommen. "Sie brauchen illegale Einwanderer, um ihre Kirchen zu füllen", so der Rechtspopulist weiter.

Bannon schied im August "in gegenseitigem Einvernehmen" aus dem Dienst des Weißen Hauses aus und kehrte an die Spitze der rechten Nachrichtenplattform "Breitbart" zurück. Er sieht seine Aufgabe dort nach eigenen Worten als Unterstützung für Trump. "Wir stellen sicher, dass unsere Feinde wissen, dass sie nicht frei aufs Tor schießen können."

Aufnahme Fremder - "Kernbotschaft der Bibel"

In ihrem Antwortschreiben zu den Vorwürfen Bannons verteidigen die katholischen US-Bischöfe ihre Haltung in der Migrationsfrage. Die liebevolle Aufnahme Fremder und Notleidender sei eine Kernforderung der Bibel und der Botschaft Jesu, heißt es in einer am Donnerstagabend (Ortszeit) veröffentlichten Antwort der US-Bischofskonferenz.

Das Zeugnis der katholischen Bischöfe bei Themen wie Lebensschutz oder eben auch Migration richte sich nicht nach dem politischen Tagestrend, sondern nach der Forderungen des Evangeliums. Bannons Aussage, das Engagement für Flüchtlinge und Migranten sei kein zentrales Anliegen der katholischen Lehre, sei "absurd".

Quelle:
KNA