UN rufen zu großzügiger Hilfe für Jemen auf

 (DR)

UN-Generalsekretär António Guterres hat auf einer Jemen-Konferenz die Geberländer zu großzügiger Hilfe aufgerufen. Die Vereinten Nationen und ihre Partner bräuchten in diesem Jahr rund vier Milliarden US-Dollar, um Millionen notleidenden Menschen in dem Konfliktland zu helfen, sagte Guterres am Dienstag in Genf.

Deutschland machte eine Zusage von 100 Millionen Euro für die Jemen-Hilfe. Die Bundesregierung könne und werde über das Leid der Menschen im Jemen nicht hinwegsehen, erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Rande eines Besuches im afrikanischen Burkina Faso. Langfristig helfe nur, mit aller Ausdauer an einer politischen Lösung für den Konflikt in dem vorderasiatischen Land zu arbeiten.

Guterres betonte weiter, dass im Jemen die schlimmste humanitäre Krise weltweit herrsche. Rund zehn Millionen Menschen seien vom Hungertod bedroht. Insgesamt seien 24 Millionen Menschen oder 80 Prozent der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Im vergangenen Jahr habe sich die Zahl der bedürftigen Kinder und Erwachsenen um weitere zwei Millionen erhöht, sagte der UN-Generalsekretär. Seit 2015 wurden im Jemen nach Angaben der Vereinten Nationen Zehntausende Menschen getötet oder verletzt, darunter mindestens 17.700 Zivilisten. Zehntausende Kinder seien an Hunger und Krankheiten gestorben.

Guterres erklärte, dass die UN für das vergangene Jahr 2,6 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) an Hilfsgeldern einsammeln konnten. Das meiste Geld stammte von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Beide Länder kämpfen an der Seite der jemenitischen Regierung gegen Huthi-Rebellen, die wiederum aus dem Iran Unterstützung erhalten. Die UN werfen beiden Seiten Kriegsverbrechen vor. (epd)