Trotz Krisen gab es zu allen Zeiten jubelnde Chormusik

Warum denn so ernst?

Auch wenn aktuelle Konflikte wie im Nahen Osten die Krisenhaftigkeit unserer Zeit verdeutlichen: Kirchlich ist die derzeitge Osterzeit von großer Hoffnung gekennzeichnet. Entsprechende Musik wird seit Jahrhunderten komponiert.

Blick in die Kuppel der Jerusalemer Grabeskirche / © Jan Hendrik Stens (DR)
Blick in die Kuppel der Jerusalemer Grabeskirche / © Jan Hendrik Stens ( DR )

Mit Ostern ist die christliche Hoffnung verbunden, dass der Tod besiegt und die Menschen bei Gott das Ewige Leben haben werden. Zu dieser Hoffnung gibt es zahlreiche Texte in der Bibel, die in ihrem optimistischen Tonall gut zu dieser Hoffnung passen: "Ich freute mich als man mir sagte, zum Haus des Herrn lasst uns pilgern" - Dieser bekannte Wallfahrer-Psalm steht beispielhaft für den hoffnungsvollen Ton der in einigen Psalmen im Alten Testament vorherrscht. So wie es Bußpsalmen gibt, die von ihrem Charakter gut zur Karwoche und dem Bußcharakter vor Ostern passen, gibt es eben auch Psalmen wie Psalm 122 - mit entsprechenden christlichen Vertonungen. 

Tomás Luis de Victoria wirkte im 16. Jahrhundert in Rom. Das war die Glanz- und zugleich Endzeit der sogenannten klassischen Vokalpolyphonie unmittelbar vor der Barockzeit. Victoria und vor allem der ungleich berühmtere Giovanni Pierluigi da Palestrina führten diese Art der Chormusik zu ihrer letzten, aber glanzvollen Blüte.

Blick über die Dächer Roms mit dem Petersdom im Hintergrund / © Ivoha (shutterstock)
Blick über die Dächer Roms mit dem Petersdom im Hintergrund / © Ivoha ( shutterstock )

Im Kern steht die Mehrstimmigkeit, die nach strengen Regeln des Kontrapunkts ein Netz aus Stimmen kunstvoll  zu entwickeln weiß. Meist griffen die Komponisten auf Melodien des Gregorianischen Chorals zurück oder verwendeten ältere Werke als musikalische Vorlagen für die Messvertonungen, von denen in dieser Zeit dutzende entstanden.

Victoria wurde Palestrinas Nachfolger und zwar als so genannter Moderator Musicae – das umfasste die Leitung der Kapelle vom Collegium Germanicum der Jesuiten. Dort hatte Victoria zuvor Theologie studiert, er war nicht nur Komponist und Sänger, sondern auch Priester. Der katholische Glaube war zentral in seinem Leben, und deswegen schrieb er ausschließlich Musik zu geistlichen Anlässen.

Bekannter Wallfahrtspsalm als textliche Grundlage

Im Radioprogramm von DOMRADIO.DE am Sonntagabend erklingt ab 18 Uhr zunächst die Vertonung von Psalm 122 – textliche Basis ist der bekannte Psalm zur Wallfahrt nach Jerusalem. "Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern. Friede wohne in deinen Mauern." – so heißt zu Beginn. Victoria fasst den Text in eine strahlende, klangprächtige Musiksprache mit 12 Stimmen, auf drei Chöre verteilt.

Eine Missa, eine Messe besteht bis heute aus den Teilen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Die. Die Texte stehen fest, dürfen nicht verändert werden. Und doch tragen die Messvertonungen seit Jahrhunderten Beinamen. Die beziehen sich oft auf geistliche Texten, die sie aber gar nicht in den Messteilen vertonen konnten, da die Messe unveränderlich ist.

Gregorianische Gesänge wurden kunstvoll aufgeschrieben / © Thoom (shutterstock)
Gregorianische Gesänge wurden kunstvoll aufgeschrieben / © Thoom ( shutterstock )

Das Prinzip war anders: Ein Chorstück wie die Psalmenvertonung Laetatus sum von Victoria diente als musikalische Vorlage für die Vertonung der fünf Teile der Messe. Bisweilen wurde die Besetzung verändert, aber immer wieder kann man dann in der Messe bestimme musikalische Elemente aus der Motette heraushören.

Victoria beließ es aber bei den zwölf Stimmen wie bei der Motette und legte die Messvertonung ebenfalls für drei Chöre mit großen Klang- und Echoeffeken an. Auf die Motette Laetatus sum folgt in der Sendung "Musica" dann die Missa Laetatus sum.

Als Abschluss von optimistischen Psalmenklänge steht am Ende von "Musica" die mitreißende Vertonung von Psalm 111: Thema ist ein jubelnder Lobpreis auf die großen Taten Gottes in der Geschichte seines Volkes Israels. Der Psalm preist in euphorischen Worten Gottes Güte, Gerechtigkeit und Treue Die Besetzung in der Vertonung von Giovanni Battista Pergolesi aus der Barockzeit ist umfangreich, umfasst Solo-Stimmen, Chor und Orchester.music

Quelle:
DR

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