"Mit dem synodalen Prozess erleben wir jetzt sicher einen Durchbruch", sagte die Synodenexpertin und Linzer Pastoraltheologin im Interview der österreichischen "Presse" am Sonntag.
Dem synodalen Prozess sei es zu verdanken, dass die Frauenfrage weltweit nicht mehr ignoriert werden könne. "Die Frage nicht mehr ad acta gelegt werden kann, überhaupt die Frauen nicht mehr ad acta gelegt werden können", so Csiszar und verwies auf das Engagement insbesondere im deutschsprachigen Raum.
Ungeduld im deutschsprachigen Raum
"Ohne diese Vorarbeit, Beharrlichkeit, manchmal Mut, manchmal Geduld, stünden wir heute weltkirchlich nicht da, wo wir sind. Aber was für uns hier im deutschen Sprachraum schon langweilig ist und berechtigterweise auf Ungeduld stößt, ist an anderen Ecken der Welt oder in anderen Kontexten manchmal noch zu viel", gab Csiszar zu bedenken.
Das geschehe aber "dank der Bemühungen von so vielen, die da mittun, mittragen, mitdenken und trotz aller Schwierigkeiten und Enttäuschungen nicht aufgeben. Diese Menschen sind, wenn man so will, die Werkzeuge von Ostern bis in die kirchlichen Strukturen hinein."
Eine rasche Einführung des Frauendiakonats erwartet die Theologin jedoch nicht. Mit Blick auf die für 2028 geplante weltkirchliche Versammlung im Vatikan halte sie eine entsprechende Entscheidung für unwahrscheinlich. "Das dauert länger. Es wird kommen", so Csiszar.
Zölibatsfrage einfacher als Frauenweihe
Zugleich sieht Csiszar bei anderen Reformthemen größere Bewegungschancen. So sei es "etwas einfacher als Frauen zu weihen", den Pflichtzölibat zu lockern. Denkbar sei, dass Rom den Bischofskonferenzen mehr Entscheidungsspielraum einräume - sowohl beim Zölibat als auch bei möglichen Diakoninnen.
Vorrangig sei, dass Frauen selbstverständlich an Entscheidungsprozessen in der Kirche beteiligt werden: "indem nicht nur Männer über die Frauen in der Kirche entscheiden, sondern auch die Frauen mit am Besprechungstisch sitzen". Sollte es sich so entwickeln, stelle sich auch die Frage, "wie die Arbeit der Bischofskonferenzen künftig ausschauen wird - ob nur eine Handvoll Bischöfe entscheidet, oder Konsultationen mit repräsentativen Mitgliedern aus dem Volk Gottes einer Entscheidung vorausgehen", erklärte die Theologin.