Papst mahnt zu Waffenruhe und Geduld mit Widerständen in der Kirche

Teufel versucht "Skandale zu säen"

Papst Franziskus hat beim traditionellen Mittagsgebets eine globale Waffenruhe zum Kampf gegen das Coronavirus gefordert. Auch zu Widerständen innerhalb der Kirche äußerte sich Franziskus: Man müsse sie geduldig ertragen.

Papst Franziskus betet den Angelus  / © Riccardo De Luca (dpa)
Papst Franziskus betet den Angelus / © Riccardo De Luca ( dpa )

Papst Franziskus hat zu Geduld mit Widerständen in der Kirche aufgerufen. Der Teufel versuche mit boshaften Akteuren, "die Skandale säen", das Heilswerk zu durchkreuzen und das Reich Gottes zu behindern, sagte der Papst am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

Statt gegen solche Personen vorzugehen, müsse man Geduld haben und auf eine "von Barmherzigkeit gemilderte Gerechtigkeit" setzen. "Das Ertragen von Verfolgungen und Feindseligkeiten gehört zur christlichen Berufung", betonte Franziskus.

Franziskus: Die Bösen nicht beseitigen, sondern retten

Der Papst mahnte, Jesus sei gekommen, die Sünder und Ungerechten zu suchen; auch das Handeln von Christen müsse darauf gerichtet sein, "die Bösen nicht zu beseitigen, sondern sie zu retten". Franziskus sagte: "Nicht der ist ein guter Mitarbeiter Gottes, der sich an die Jagd auf Grenzen und Fehler der anderen macht, sondern der das Gute zu sehen versteht, das leise auf dem Feld der Kirche und der Geschichte wächst, und es bis zur Reife pflegt."

Mahnung zu globaler Waffenruhe

Papst Franziskus hat beim Mittagsgebet erneut zu einer sofortigen globalen Waffenruhe gemahnt. Die Corona-Pandemie mache keine Anstalten, zum Stillstand zu kommen. Daher gelte es besonders in Konfliktgebieten, die Voraussetzungen von Frieden und Sicherheit zu schaffen, um die nötige humanitäre Hilfe leisten zu können.

Besorgnis um Auseinandersetzung zwischen Armenien und Aserbaidschan

Besorgt äußerte sich der Papst über den sich zuspitzenden Auseinandersetzungen zwischen Armenien und Aserbaidschan. Er rief die Konfliktparteien auf, mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft und durch Dialog zu einer dauerhaften Friedenslösung zu finden; diese müsse das Wohl der Bevölkerungen im Blick haben. Franziskus sagte, er bete für die Familien, die durch die Kämpfe Angehörige verloren hätten.

Armenische und aserbaidschanische Truppen liefern sich seit einer Woche Gefechte nördlich der Region Berg-Karabach.

Quelle:
KNA
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