Strafverfahren gegen Priester wegen Kinderpornografie-Vorwurf

Warten auf Gutachten

Ein Priester aus dem Bistum Trier soll sich kinder- und jugendpornografische Medien verschafft haben. Er muss sich nun vor dem Amtsgericht Neunkirchen dafür verantworten. Das Gericht wartet auf die Auswertung seiner Computer-Dateien.

Symbolbild Computer / © Julia Steinbrecht (KNA)
Symbolbild Computer / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Das teilte ein Gerichtssprecher am Montag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit.

Gegenstand des Verfahrens sei der Vorwurf des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Schriften, welche sich auf dem Computer des 58-jährigen Angeklagten befunden haben sollen. Die Hauptverhandlung ist derzeit ausgesetzt, weil zunächst ein IT-Sachverständiger ein Gutachten zu den Dateien und seinem Computer vorlegen soll. 

Vorwürfe sind seit Februar 2022 bekannt

Gegen den Priester wurden bereits im Februar 2022 Vorwürfe wegen sexualisierter Gewalt und Missbrauchs bekannt. Das Bistum Trier hatte ihn daraufhin suspendiert und aus seiner Pfarreiengemeinschaft abberufen. Der Fall war an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Nach Abschluss der staatlichen Verfahren will das Bistum auch eine kirchenrechtliche Untersuchung gegen den Priester eröffnen. 

Bistum Trier

Das Bistum Trier ist das älteste in Deutschland. Es erstreckt sich über eine Fläche von 12.870 Quadratkilometern. Im Bistum Trier, das Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und Belgien hat, leben etwa 2,5 Millionen Menschen, davon sind 1,1 Millionen katholisch. 

Als erster Bischof von Trier gilt der Heilige Eucharius im dritten Jahrhundert. Das spätere Erzbistum, dessen Oberhirten seit 1198 auch Kurfürsten waren, war eines der wichtigsten im alten Reich. Es umfasste ein Gebiet vom französischen Stenay an der Maas im Westen bis vor Gießen im Osten. 

Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA