Sozialpfarrer fordert mehr Einsatz für Rechte von Arbeitern

"Stimme sein für die, die keine Stimme haben"

Zum Tag der Arbeit am 1. Mai hat Sozialpfarrer Peter Kossen einen stärkeren Einsatz der Kirche für die Rechte von Arbeitern gefordert. Es sei notwenidg, dass Kirche sich traue, in Konflikte zu gehen.

Bundesregierung will Leiharbeit neu regeln / © Jens Büttner (dpa)
Bundesregierung will Leiharbeit neu regeln / © Jens Büttner ( dpa )

"Die Kirche muss die Stimme sein für die, die keine Stimme haben", sagte der Menschenrechtler und Sozialpfarrer Peter Kossen in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Kossen sagte, er meine damit vor allem sogenannte Leiharbeiter. "Die Kirche muss sich auf die Seite dieser Menschen stellen, die an ganz vielen Stellen ausgebeutet und abgezockt werden."

Kirche müsse Partei ergreifen 

Kossen lobte die Deutlichkeit, mit der Papst Franziskus prekäre Arbeitsverhältnisse kritisiert. "Schwieriger wird es dann auf der Orts- oder Bistumsebene, dass sich Repräsentanten der Kirche finden, die ein deutliches Wort erheben", sagte der Pfarrer. Es sei aber unbedingt notwendig, dass Kirche sich traue, in Konflikte zu gehen und Partei zu ergreifen.

Kossen selbst engagiert sich seit Jahren für faire und würdige Arbeitsbedingungen - vor allem in der Fleischindustrie. So protestierte er im vergangenen Jahr vor einem Schlachtbetrieb mit vielen Corona-Fällen und der CDU-Zentrale in Berlin für mehr Arbeitsschutz.


Peter Kossen / © Friso Gentsch (dpa)
Peter Kossen / © Friso Gentsch ( dpa )
Quelle:
KNA