Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" will sich für verpflichtende Regeln gegen Kinderarbeit sowie eine bessere Absicherung für betroffene Kinder und deren Familien einsetzen. Es habe sich gezeigt, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Staaten nicht ausreichten, erklärte das Hilfswerk am Dienstag in Aachen.
Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hat sich die Zahl arbeitender Kinder seit 2000 fast halbiert; das Ziel der Vereinten Nationen, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, wurde jedoch nicht erreicht. Nach UN-Schätzungen vom vergangenen Jahr müssen weltweit 138 Millionen Mädchen und Jungen arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen.
Einsatz gegen Kinderarbeit
Das Kindermissionswerk will seine Forderungen zu der am Mittwoch beginnenden Konferenz in Marokko mitnehmen. Bei dem dreitägigen Treffen in Marrakesch diskutieren Regierungen, internationale Organisationen, die Zivilgesellschaft, Wissenschaftler sowie Kinder und Jugendliche über Wege zur Beseitigung von Kinderarbeit. Ausgerichtet wird die Konferenz vom Königreich Marokko in Zusammenarbeit mit der ILO.
"Jedes Kind muss die Möglichkeit haben, in die Schule zu gehen, Familien müssen existenzsichernd unterstützt werden", erklärte Sternsinger-Referent Vincent Bergauer. "Denn Armut, fehlende Bildung und mangelnde soziale Sicherung zählen zu den Hauptursachen von Kinderarbeit."