Stadt München verdreifacht Kapazitäten für Kirchenaustritte

650 Termine in einer Woche

Die Zahl der Kirchenaustritte in München ist nach der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens für das Erzbistum München und Freising sprunghaft angestiegen. Die Verwaltung hat die Öffnungszeiten erweitert und Personal aufgestockt.

Wartenummer für den Antrag auf Kirchenaustritt / © Oliver Berg (dpa)
Wartenummer für den Antrag auf Kirchenaustritt / © Oliver Berg ( dpa )

Wie der "Münchner Merkur" berichtet, haben 650 Münchnerinnen und Münchner in den vergangenen sechs Tagen dafür Termine beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) gebucht. Das seien doppelt so viele wie sonst in einem solchen Zeitraum.

Wegen des Andrangs habe das Standesamt seine Öffnungszeiten erweitert und zwei zusätzliche Beschäftigte für Kirchenaustritte abgestellt. Damit seien die Kapazitäten verdreifacht worden, zitiert die Zeitung einen KVR-Sprecher.

Gutachten löst Austrittswelle aus

Das Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl attestiert allen Münchner Erzbischöfen seit 1945 umfassendes Führungsversagen im Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche.

2021 erklärten mehr als 22.300 Bürgerinnen und Bürger der bayerischen Landeshauptstadt ihren Kirchenaustritt, so viele wie nie zuvor.

Statistisch werden die Zahlen von der Stadt nicht nach Konfessionen aufgeschlüsselt.

Die Erklärung von Benedikt XVI. zum Münchner Gutachten

In einer Stellungnahme hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. eine wichtige Aussage seiner Einlassung aus dem Münchner Missbrauchsgutachten korrigiert. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert die von seinem Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, gegenüber KNA abgegebene Stellungnahme in vollem Wortlaut:

Münchner Missbrauchsgutachten, Westpfahl, Spilker, Wastl, WSW / © Sven Hoppe/dpa-POOL (KNA)

Quelle:
KNA