Spitzentreffen der Kirchen mit EU-Ratspräsidentschaft

"Gespräch in herzlicher und offener Atmosphäre"

Sebastian Kurz steht momentan im europäischen Rampenlicht. Denn seit Anfang des Monats hat Österreich die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Am Montag gab es ein Gespräch mit den christlichen Kirchen in der EU.

Fahnen der europäischen Mitgliedsstaaten / © Patrick Seeger (dpa)
Fahnen der europäischen Mitgliedsstaaten / © Patrick Seeger ( dpa )

Die christlichen Kirchen in der Europäischen Union sind am Montag zu einem Spitzengespräch mit der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft zusammengetroffen. Bei dem Gespräch mit Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) in Wien ging es demnach unter anderem um die Themen EU-Sozialpolitik, Brexit, Migration, Westbalkan-Integration und Klimapolitik. Edtstadler ist in der Ratspräsidentschaft für die zivilgesellschaftlichen Körperschaften zuständig. Kirchlicherseits nahmen je zwei Vertreter aus der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche teil.

Der stellvertretende Generalsekretär der EU-Bischofskommission, Michael Kuhn, sprach gegenüber der Wiener Presseagentur Kathpress von einem "Gespräch in herzlicher und offener Atmosphäre". Ausgangspunkt des Gesprächs sei das 20-seitige Papier "Österreichischer Vorsitz im Rat der EU - Überlegungen und Empfehlungen der christlichen Kirchen in Europa" gewesen, das COMECE und der Dachverband der Kirchen der Reformation und des orthodoxen Ostens (KEK) erstellt hatten.

Westbalkan-Integration und Klimawandel

Bei der Frage der Westbalkan-Integration seien sich alle Beteiligten einig gewesen, dass möglichst früh klar werden müsse, ob eine Vollmitgliedschaft oder ein besonderer Status für die Staaten angestrebt werde. Ein Vertreter der orthodoxen Kirche verwies den Angaben zufolge auf den Attraktivitätsverlust der EU-Mitgliedschaft in einigen Regionen. "In das Vakuum springen andere politische Player ein", sagte Kuhn. Erwähnt wurde auch das Engagement Saudi-Arabiens in Bosnien.

Mit Blick auf den Klimawandel forderten die Kirchen die Ratspräsidentschaft auf, eine Führungsrolle bei der Vorbereitung eines EU-Beitrags zum Klimagipfel COP24 in Kattowitz zu übernehmen.

Auch Kirchen und kirchliche Hilfswerke seien stark in den bevorstehenden Klimagipfel eingebunden. Laut Kuhn erwarten die Kirchen eine konkrete Umsetzung des Pariser Abkommens. Erforderlich seien vor allem faire Regeln und Unterstützung der Drittländer, die von den Auswirkungen des Klimawandels am stärksten betroffen seien. Damit werde auch einer durch den Klimawandel ausgelösten Migration vorgebeugt.

Quelle:
KNA